Biohacking Kompakt

Peptid & Experimentelles

Vardenafil (Levitra)

Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE5-Hemmer), verschreibungspflichtiges Arzneimittel · Levitra, Levitra Schmelztablette, PDE5-Hemmer

Vardenafil ist seit 2003 in der EU als Levitra gegen Erektionsstörungen zugelassen und wirkt über denselben Mechanismus wie Sildenafil und Tadalafil. Die Wirkung ist in zahlreichen randomisierten Studien belegt, auch bei Diabetes und bei Männern, denen Sildenafil nicht geholfen hatte. Im großen Netzwerkvergleich war Vardenafil 10 mg aber weniger wirksam als Sildenafil 50 mg, bei ähnlich vielen Nebenwirkungen.

Was Vardenafil ist

Vardenafil ist ein verschreibungspflichtiger Phosphodiesterase-5-Hemmer, in der EU seit dem 06.03.2003 als Levitra zugelassen, als Filmtablette und als Schmelztablette. Nach Sildenafil und Tadalafil war es der dritte Wirkstoff dieser Gruppe in der EU, 2013 folgte Avanafil.

Bewertet wird der Wissensstand. Für Vardenafil liegen Zulassungsstudien, Studien in besonderen Gruppen wie Diabetes, Meta-Analysen und über 20 Jahre Marktbeobachtung vor. Anders als Sildenafil und Tadalafil ist es nur für ein Anwendungsgebiet zugelassen, die erektile Dysfunktion.

Wie es wirkt

Vardenafil hemmt das Enzym PDE5, das den Botenstoff cGMP abbaut. Bei sexueller Erregung setzen Nervenenden Stickstoffmonoxid frei, das die cGMP-Bildung anstößt; cGMP entspannt die glatte Muskulatur der Gefäße im Schwellkörper, Blut strömt ein. Vardenafil verstärkt dieses Signal. Ohne sexuelle Stimulation wirkt es nicht.

Laut Fachinformation hemmt Vardenafil PDE5 mehr als 15-fach stärker als PDE6, das in der Netzhaut vorkommt, und mehr als 300-fach stärker als PDE11. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 4 bis 5 Stunden und damit im Bereich von Sildenafil; Tadalafil wirkt deutlich länger. Eine sehr fettreiche Mahlzeit kann den Wirkeintritt verzögern.

Was gut belegt ist

  • Die Wirkung bei Erektionsstörungen. Eine Meta-Analyse über 14 randomisierte Studien mit 3.221 Patienten fand im Erektionsfunktions-Score IIEF-EF 7,93 Punkte mehr als unter Placebo (95-Prozent-Konfidenzintervall 6,00 bis 9,85). Der Anteil gelungener Penetrationen lag um 26, der Anteil vollendeter Geschlechtsverkehre um 35 Prozentpunkte höher.
  • Wirkung bei Diabetes. Bei 452 Männern mit Diabetes berichteten nach 12 Wochen 57 Prozent unter 10 mg und 72 Prozent unter 20 mg von besseren Erektionen, unter Placebo 13 Prozent.
  • Wirkung nach erfolglosem Sildenafil. Bei 463 Männern, denen Sildenafil laut Vorgeschichte nicht geholfen hatte, berichteten 61,8 Prozent unter Vardenafil und 14,7 Prozent unter Placebo von besseren Erektionen.
  • Ein vermessenes Sicherheitsprofil. Die Fachinformation beschreibt Gegenanzeigen, Wechselwirkungen und eine geringe QT-Verlängerung auf Grundlage von Studien und über 20 Jahren Marktbeobachtung.

Was die Studien zeigen

Meta-Analyse über 14 Studien

Wang 2021 (Adv Ther) fasste 14 randomisierte Studien mit 3.221 Patienten zusammen. Gegenüber Placebo verbesserte Vardenafil die Erektionsfunktion um 7,93 Punkte im IIEF-EF, die Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr um 5,24 Punkte und die Orgasmusfunktion um 3,81 Punkte. Der Anteil gelungener Penetrationen stieg um 26,36, der Anteil vollendeter Geschlechtsverkehre um 35,18 Prozentpunkte. Die optimale Dosis und Behandlungsdauer sind laut den Autoren nicht geklärt.

Männer mit Diabetes

Goldstein 2003 (Diabetes Care) randomisierte 452 Männer mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes auf 10 mg, 20 mg oder Placebo bei Bedarf über 12 Wochen. Bessere Erektionen berichteten 57 und 72 Prozent gegenüber 13 Prozent. Der Erektionsfunktions-Score lag am Ende bei 17,1 und 19,0 gegenüber 12,6 Punkten. Die Wirkung zeigte sich bei jedem Schweregrad und unabhängig vom HbA1c. Nebenwirkungen waren vor allem leichter bis mäßiger Kopfschmerz (bis 13 Prozent), Gesichtsröte und Schnupfen (je bis 10 Prozent).

Nach erfolglosem Sildenafil

Carson 2004 (BJU Int) behandelte 463 Männer mit mittelschwerer bis schwerer Erektionsstörung, denen Sildenafil laut Vorgeschichte nicht geholfen hatte, über 12 Wochen mit Vardenafil oder Placebo. Der Erektionsfunktions-Score stieg unter Vardenafil von 9,3 auf 17,6 Punkte. Der Anteil vollendeter Geschlechtsverkehre stieg von 10,5 auf 46,1 Prozent. Eine normale Erektionsfunktion erreichten 30 Prozent unter Vardenafil und 6 Prozent unter Placebo. Das Nichtansprechen auf Sildenafil beruhte auf der Vorgeschichte und wurde in der Studie nicht erneut geprüft.

Im Vergleich mit Sildenafil und Tadalafil

Chen 2015 (Eur Urol) verglich in einer Netzwerk-Meta-Analyse 82 Studien mit 47.626 Patienten zur Wirksamkeit und 72 Studien mit 20.325 Patienten zu Nebenwirkungen, jeweils für die Startdosen. Sildenafil 50 mg war am wirksamsten, hatte aber die meisten Nebenwirkungen. Tadalafil 10 mg lag bei der Wirksamkeit in der Mitte und hatte die wenigsten Nebenwirkungen. Vardenafil 10 mg hatte ähnlich viele Nebenwirkungen wie Sildenafil 50 mg, aber eine deutlich geringere Gesamtwirksamkeit. Den Vergleich der beiden bekannteren Wirkstoffe zeigt die Seite Tadalafil gegen Sildenafil.

Wo die Daten aufhören

  • Direkte Vergleiche. Die Rangfolge der PDE5-Hemmer stammt überwiegend aus einem indirekten Netzwerkvergleich der Startdosen. Wie sich Vardenafil 20 mg gegenüber höheren Dosen anderer Wirkstoffe schlägt, beantwortet er nicht.
  • Die beste Dosis. Laut der Meta-Analyse von Wang 2021 sind optimale Dosis und Behandlungsdauer nicht geklärt.
  • Weitere Anwendungsgebiete. Für Lungenhochdruck oder Prostatabeschwerden ist Vardenafil nicht zugelassen. Dafür sind Sildenafil und Tadalafil zugelassen.
  • Produkte außerhalb der Apotheke. Die Studien gelten für das zugelassene Arzneimittel, nicht für Ware vom Graumarkt.

Status, Zulassung und Recht

Levitra ist seit dem 06.03.2003 in der EU zugelassen, Vardenafil ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Anwendungsgebiet ist die erektile Dysfunktion bei erwachsenen Männern. Die zugelassene Dosierung laut Fachinformation beträgt 10 mg bei Bedarf etwa 25 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr, je nach Wirkung und Verträglichkeit 5 oder höchstens 20 mg, höchstens einmal täglich.

Anders als Sildenafil (als Revatio) und Tadalafil (als Adcirca) ist Vardenafil nicht für die pulmonale arterielle Hypertonie zugelassen, anders als Tadalafil auch nicht für Beschwerden der gutartigen Prostatavergrößerung.

Sicherheit

Häufigste Nebenwirkung ist Kopfschmerz, dazu kommen Gesichtsröte, Verdauungsbeschwerden und Schnupfen. Laut Fachinformation verlängerten Einzeldosen von 10 und 80 mg das QTc-Intervall im Mittel um 8 und 10 Millisekunden; die klinische Bedeutung ist unklar, bei Risikofaktoren wie angeborenem langem QT oder niedrigem Kalium soll Vardenafil besser vermieden werden.

Gegenanzeigen sind die gleichzeitige Anwendung mit Nitraten, Stickstoffmonoxid-Donatoren und Riociguat, weil der Blutdruck stark abfallen kann, und mit starken CYP3A4-Hemmern wie Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir oder Indinavir; Ritonavir verlängerte die Halbwertszeit von Vardenafil auf 25,7 Stunden. Eine Gegenanzeige besteht auch, wenn ein Auge durch eine NAION, eine Durchblutungsstörung des Sehnervs, bereits Sehkraft verloren hat. Mit Alphablockern ist Vorsicht nötig, Grapefruit erhöht die Wirkstoffspiegel.

BK-Score Gut belegt

Human-Evidenz9
Mechanismus9
Sicherheits-Datenlage9
Hype-Abstand8
Anwendungserfahrung9

Evidenz 9, weil die Wirkung bei Erektionsstörungen in zahlreichen RCTs belegt ist – eine Meta-Analyse über 14 Studien mit 3.221 Patienten fand 7,93 Punkte mehr im Erektionsfunktions-Score als unter Placebo (Wang 2021) – und Vardenafil in die Netzwerk-Meta-Analyse mit 82 Studien eingeht (Chen 2015); die Datenbasis ist kleiner als bei Sildenafil und Tadalafil, deshalb nicht 10. Mechanismus 9, weil die PDE5-Hemmung am Menschen gut verstanden ist und die Fachinformation Selektivität und Pharmakokinetik genau beschreibt. Sicherheit 9, weil über 20 Jahre Marktbeobachtung und ein vermessenes Warnprofil vorliegen, einschließlich Nitrat-Gegenanzeige, NAION und einer geringen QT-Verlängerung, deren klinische Bedeutung unklar ist. Hype 8, weil Vardenafil kaum überhöht beworben wird; im Netzwerkvergleich war es bei ähnlicher Nebenwirkungsrate weniger wirksam als Sildenafil 50 mg. Anwendung 9, weil es seit 2003 in der EU zugelassen ist, aber nur für ein Anwendungsgebiet. Richtung positiv: Die Daten stützen die Wirkung bei Erektionsstörungen.

Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos. „Anwendungserfahrung 9“ heißt: lange und breit angewendet – das ist kein Wirksamkeitsbeleg.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen

Häufige Fragen zu Vardenafil (Levitra)

Wie gut wirkt Vardenafil?

In einer Meta-Analyse über 14 randomisierte Studien mit 3.221 Patienten lag der Erektionsfunktions-Score 7,93 Punkte über Placebo, der Anteil vollendeter Geschlechtsverkehre um 35 Prozentpunkte höher. Bei Männern mit Diabetes berichteten 57 bis 72 Prozent von besseren Erektionen, unter Placebo 13 Prozent.

Ist Vardenafil besser als Sildenafil oder Tadalafil?

Nach der bisher größten Netzwerk-Meta-Analyse nicht. Vardenafil 10 mg hatte ähnlich viele Nebenwirkungen wie Sildenafil 50 mg, aber eine deutlich geringere Gesamtwirksamkeit. Tadalafil 10 mg hatte die wenigsten Nebenwirkungen. Der Vergleich beruht auf indirekten Daten zu den Startdosen.

Hilft Vardenafil, wenn Sildenafil nicht gewirkt hat?

In einer Studie mit 463 Männern, denen Sildenafil laut Vorgeschichte nicht geholfen hatte, berichteten 61,8 Prozent unter Vardenafil und 14,7 Prozent unter Placebo von besseren Erektionen. Eine normale Erektionsfunktion erreichten 30 gegenüber 6 Prozent.

Was darf man mit Vardenafil nicht kombinieren?

Nitrate, Stickstoffmonoxid-Donatoren und Riociguat, weil der Blutdruck stark abfallen kann, sowie starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir und Indinavir. Bei Alphablockern ist Vorsicht nötig, Grapefruit erhöht die Wirkstoffspiegel.

Ist Vardenafil in Deutschland zugelassen?

Ja, seit 2003 als Levitra, verschreibungspflichtig, für die erektile Dysfunktion bei erwachsenen Männern. Die zugelassene Startdosis beträgt 10 mg bei Bedarf, höchstens 20 mg und höchstens einmal täglich. Für andere Anwendungsgebiete ist Vardenafil nicht zugelassen.

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Quellen

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-10-05.