Biohacking Kompakt

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Drostanolon (Masteron)

Anabol-androgenes Steroid, Abkömmling des Dihydrotestosterons (DHT); früher Arzneimittel bei fortgeschrittenem Brustkrebs · Drostanolonpropionat, Dromostanolon, Masteron, Masteril, Masterid, Drolban, 2α-Methyl-Dihydrotestosteron

Drostanolon ist ein Abkömmling des Dihydrotestosterons, in der Szene bekannt unter dem Handelsnamen Masteron. In den 1960er und 1970er Jahren wurde es als Arzneimittel bei fortgeschrittenem Brustkrebs eingesetzt, heute ist es vor allem ein Dopingmittel vom Schwarzmarkt. Am Menschen untersucht ist es nur in der Tumortherapie – für den Zweck, für den es heute gehandelt wird, gibt es keine Studie.

Kurz gesagt

Was trägt: Drostanolon ist ein Androgen mit klinischer Vergangenheit. In kontrollierten Studien der 1970er Jahre bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs sprach etwa jede vierte Patientin auf die Behandlung an, ähnlich wie unter Testosterondecanoat, Testolacton oder Nandrolon. In den USA war es als Drolban zugelassen, die Zulassung ist eingestellt. Wo die Daten aufhören: Zu Muskelmasse, Kraft oder Körperfett bei Gesunden gibt es keine einzige Humanstudie, und substanzeigene Sicherheitsdaten fehlen fast ganz. Die Risiken sind die der Anabolika als Klasse – abgeschaltete eigene Hormonproduktion, Belastung von Herz und Gefäßen, ungünstige Blutfette, bei Frauen Vermännlichung. In Deutschland steht Drostanolon im Anti-Doping-Gesetz, im Sport ist es jederzeit verboten.

Was Drostanolon ist

Drostanolon ist ein anabol-androgenes Steroid und ein Abkömmling des Dihydrotestosterons (DHT), mit einer zusätzlichen Methylgruppe am Kohlenstoffatom 2. Als Arzneimittel wurde es als Drostanolonpropionat gespritzt, unter Handelsnamen wie Masteron, Masteril, Masterid und in den USA Drolban. Eingesetzt wurde es vor allem bei Frauen mit fortgeschrittenem, metastasiertem Brustkrebs.

In den USA wird die Zulassung von Drolban heute als eingestellt geführt; ein aktuell zugelassenes Präparat haben wir weder dort noch in Deutschland gefunden. Was heute als Masteron gehandelt wird, stammt nicht aus der Apotheke. Den Überblick über die ganze Stoffgruppe gibt die Seite Anabole Steroide.

Wie es wirkt

Drostanolon bindet wie DHT am Androgenrezeptor. Daraus folgen aufbauende und vermännlichende Wirkungen und, wie bei jedem zugeführten Androgen, eine Rückkopplung auf die Hormonachse: Die eigene Testosteronproduktion wird heruntergefahren.

Als 5α-reduziertes Androgen wird Drostanolon nicht zu Östrogen umgewandelt; darauf beruhte der Einsatz bei hormonabhängigem Brustkrebs. Anders als viele Anabolika in Tablettenform ist es in 17α-Position nicht alkyliert. Wie stark die aufbauende Wirkung beim Menschen ist, wurde nie gemessen.

Was gut belegt ist

  • Tumoransprechen bei Brustkrebs. In kontrollierten Studien der 1970er Jahre sprachen 22 bis 25 % der Frauen mit metastasiertem Brustkrebs auf eine alleinige Hormontherapie an; Drostanolon schnitt dabei ähnlich ab wie die Vergleichsmittel.
  • Ein echtes Androgen. Die Wirkung über den Androgenrezeptor und die Abschaltung der eigenen Hormonachse folgen aus der Stoffklasse, die am Menschen gut untersucht ist.
  • Frühere Zulassung. In den USA war Drostanolonpropionat als Drolban zugelassen; die Zulassung wird als eingestellt geführt.

Was die Studien zeigen

Rieche und Wolff 1975: drei Hormone im randomisierten Vergleich

Die randomisierte Studie verglich bei metastasiertem Brustkrebs Testosterondecanoat, Drostanolon und Testolacton. Als alleinige Hormontherapie erreichten alle drei ähnliche Raten an objektivem Tumoransprechen, 22 bis 25 %. In einem zweiten Abschnitt kam das Chemotherapeutikum Cyclophosphamid hinzu; damit stieg die Rate auf 46 bis 55 %, wobei Drostanolon plus Cyclophosphamid im Beobachtungszeitraum von 10 bis 16 Wochen weniger günstig abschnitt als die beiden anderen Kombinationen.

Wolff und Rieche 1978: 91 Patientinnen

In einer kontrollierten Studie mit 91 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs wurden Testolacton, Drostanolon und Nandrolon verglichen. Zwischen den drei Mitteln fand sich kein Unterschied. Nach 4 Wochen sprachen im Mittel 24 % an, nach weiteren 12 Wochen mit zusätzlichem Cyclophosphamid 46 %.

Choi 1974: Blutfette bei Dialysepatienten

Bei Dialysepatienten, die Dromostanolon – die amerikanische Schreibweise – gegen ihre Blutarmut einnahmen, stiegen die Triglyceride im Blut an. Es ist einer der wenigen substanzeigenen Hinweise auf Nebenwirkungen; Details wie die Fallzahl sind ohne Volltext nicht prüfbar.

Wo die Daten aufhören

  • Keine Studie zum heutigen Gebrauch. Zu Muskelmasse, Kraft, Körperfett oder Leistung bei Gesunden gibt es keine Humanstudie und keinen Eintrag in ClinicalTrials.gov.
  • Alte Daten, andere Menschen. Die Studien stammen aus den 1970er Jahren und betrafen schwer kranke Frauen; auf gesunde Männer im Kraftsport lassen sie sich nicht übertragen.
  • Kaum Sicherheitsdaten. Es gibt keine moderne Sicherheitsstudie und keine Pharmakovigilanz; die Einschätzung der Risiken beruht auf den Daten zur ganzen Stoffklasse.
  • Ware vom Graumarkt. Ohne zugelassenes Präparat ist alles, was als Masteron verkauft wird, in Gehalt und Reinheit ungeprüft.

Status, Zulassung und Recht

Ein aktuell zugelassenes Arzneimittel mit Drostanolon haben wir weder in Deutschland noch in den USA gefunden; die frühere US-Zulassung von Drolban (Eli Lilly) wird als eingestellt geführt. In Deutschland dürfen Fertigarzneimittel nur mit Zulassung in Verkehr gebracht werden (§ 21 Arzneimittelgesetz).

Drostanolon steht namentlich in der Anlage des Anti-Doping-Gesetzes. Herstellen, Handeltreiben und Inverkehrbringen zum Zweck des Dopings im Sport sind verboten, ebenso Erwerb, Besitz und das Verbringen nach Deutschland in nicht geringer Menge zu diesem Zweck; Verstöße sind nach § 4 strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Im Sport ist es nach der WADA-Verbotsliste 2026 unter S1.1, anabol-androgene Steroide, innerhalb und außerhalb des Wettkampfs verboten.

Sicherheit

Substanzeigene Sicherheitsdaten zu Drostanolon gibt es kaum. Belegt ist ein Anstieg der Triglyceride bei Dialysepatienten unter Dromostanolon. Alles Weitere stammt aus den Daten zur Stoffklasse: Zugeführte Androgene schalten die eigene Hormonachse ab, mit verminderter Fruchtbarkeit, und belasten Herz und Gefäße; dazu kommen psychische und metabolische Effekte, bei Frauen Vermännlichung. Die Endocrine Society bezeichnet die verbreitete Annahme, die Anwendung sei sicher oder beherrschbar, als Fehleinschätzung.

Zur Leber: Die typische Gallenstauung und Lebertumoren unter Anabolika sind vor allem für 17α-alkylierte Steroide beschrieben; Drostanolon gehört nicht dazu. Eigene Leberdaten gibt es trotzdem nicht. Wer Blutwerte, Blutfette oder das Herz kontrollieren lässt, sollte die Anwendung offenlegen – vor jedem Schritt gehört hier ein ärztliches Gespräch, wegen Folgen, die bleiben können.

BK-Score Lange angewendet, kaum untersucht

Human-Evidenz3
Mechanismus7
Sicherheits-Datenlage3
Hype-Abstand3
Anwendungserfahrung6

Evidenz 3, weil es am Menschen nur kontrollierte Studien aus den 1970er Jahren gibt, und die betreffen das Tumoransprechen bei fortgeschrittenem Brustkrebs (Rieche und Wolff 1975; Wolff und Rieche 1978 mit 91 Patientinnen, kein Unterschied zu Testolacton und Nandrolon); zu Muskelmasse, Kraft oder Körperfett bei Gesunden, dem heute beworbenen Zweck, gibt es keine einzige Studie, Richtung deshalb offen. Mechanismus 7, weil Drostanolon als methyliertes Dihydrotestosteron über den Androgenrezeptor wirkt und nicht zu Östrogen umgewandelt wird, Wirkstärke und Gewebeprofil beim Menschen aber nie gemessen wurden. Sicherheit 3, weil substanzeigene Sicherheitsdaten fast fehlen – belegt ist ein Anstieg der Triglyceride bei Dialysepatienten (Choi 1974) –, es keine Pharmakovigilanz gibt und die Risikoeinschätzung auf den Klassendaten der Anabolika beruht. Hype 3, weil der Stoff im Kraftsport mit Versprechen gehandelt wird, für die es am Menschen keinen Beleg gibt; Anwendung 6, weil Drostanolon über Jahre als zugelassenes Arzneimittel bei Brustkrebs eingesetzt wurde und seither außerhalb der Medizin verbreitet ist, die medizinische Anwendung aber eingestellt ist. Zum Vergleich: Nandrolon (8/9/9/6/9) als zugelassenes Steroid mit 60 Jahren Daten, Anabole Steroide (7/9/6/4/6) für die Klasse, Ligandrol (4/6/3/2/4) für einen Stoff mit dünner Humanevidenz und kaum Sicherheitsdaten.

Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen

Häufige Fragen zu Drostanolon (Masteron)

Was ist Drostanolon?

Drostanolon, bekannt als Masteron, ist ein anabol-androgenes Steroid und ein Abkömmling des Dihydrotestosterons. In den 1960er und 1970er Jahren wurde es als Arzneimittel bei fortgeschrittenem Brustkrebs bei Frauen eingesetzt; heute ist es vor allem ein Dopingmittel.

Ist die Wirkung beim Muskelaufbau belegt?

Nein. Die einzigen kontrollierten Humanstudien betreffen das Tumoransprechen bei Brustkrebs. Zu Muskelmasse, Kraft oder Körperfett bei Gesunden gibt es keine Studie; was darüber erzählt wird, beruht auf Erfahrungsberichten und auf der Analogie zu anderen Anabolika.

Warum wurde Drostanolon bei Brustkrebs eingesetzt?

Es wirkt als Androgen und wird nicht zu Östrogen umgewandelt. In Studien der 1970er Jahre sprach bei metastasiertem Brustkrebs etwa jede vierte Patientin an, ähnlich wie unter anderen Androgenen.

Ist Drostanolon in Deutschland erlaubt?

Ein zugelassenes Arzneimittel haben wir nicht gefunden. Drostanolon steht in der Anlage des Anti-Doping-Gesetzes: Handel und Weitergabe zum Doping sind verboten, ebenso Erwerb und Besitz in nicht geringer Menge zum Doping im Sport. Im Sport ist es nach der WADA-Liste jederzeit verboten.

Welche Nebenwirkungen hat Drostanolon?

Substanzeigene Daten gibt es kaum; belegt ist ein Anstieg der Triglyceride bei Dialysepatienten. Ansonsten gelten die Risiken der Anabolika als Klasse: abgeschaltete eigene Hormonproduktion mit verminderter Fruchtbarkeit, Belastung von Herz und Gefäßen, psychische Effekte und bei Frauen Vermännlichung.

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-10-05.