Peptid & Experimentelles
Adipotide (FTPP)
Pro-apoptotisches Peptid (zielt auf Fettgewebe-Blutgefäße) · Prohibitin-TP01, FTPP
Ein hochexperimentelles „Fett-weg"-Peptid, das die Blutversorgung des Fettgewebes kappt – im Tiermodell drastischer Fettverlust, aber mit ernsten Sicherheitsfragen.
Wirkungsweise
Adipotide zielt auf das Protein Prohibitin an den Blutgefäßen des weißen Fettgewebes und löst dort gezielt den Zelltod (Apoptose) aus. Ohne Blutversorgung schrumpft das Fettgewebe. In Versuchen an fettleibigen Affen führte es zu deutlichem Gewichts- und Fettverlust – allerdings unter erheblichen Sicherheitsbedenken.
Beworbene Effekte
- Im Tiermodell starker, gezielter Fettverlust
- Neuartiger, hormonunabhängiger Ansatz (Fettgewebe-Gefäße)
- Konzeptionell interessant für schwere Adipositas
Risiken und Grenzen
- Ernst: in Tierstudien Nierenschädigung – ein zentrales Sicherheitsproblem
- Keine belastbaren Humanstudien; hochexperimentell
- Nicht zugelassen; Graumarkt-Ware höchst unsicher
- Kein Stoff für Selbstversuche
Status
Präklinisch; nicht zugelassen. Sicherheitsbedenken (Niere).
BK-Score Nicht am Menschen untersucht
| Human-Evidenz | 0 | |
|---|---|---|
| Mechanismus | 4 | |
| Sicherheits-Datenlage | 1 | |
| Hype-Abstand | 0 | |
| Anwendungserfahrung | 0 |
Die beste vorliegende Evidenz ist eine Primatenstudie (Kolonin et al., Science Translational Medicine 2011), in der adipöse Rhesusaffen durch gezielte Zerstörung der Blutgefäße im Fettgewebe Gewicht verloren – und in derselben Studie dosisabhängige Nierenschäden entwickelten. Eine begutachtete Humanstudie wurde nicht gefunden; ein 2011 angekündigter Phase-I-Versuch führte offenbar nie zu einer Publikation. Beworben werden die Affenergebnisse, die dokumentierte Nierentoxizität wird dabei regelmäßig weggelassen.
Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9" heißt: gut untersucht – nicht: harmlos. „Anwendungserfahrung 9" heißt: lange und breit angewendet – das ist kein Wirksamkeitsbeleg.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen
Quellen
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