Biohacking Kompakt

Behandlung & Verfahren

Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (nach von Ardenne)

Biohacking

Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie gehört zu den Klassikern der deutschen Präventions- und Naturheilpraxis. Der Dresdner Physiker Manfred von Ardenne entwickelte sie aus einer einfachen Beobachtung: Der Sauerstoffdruck im arteriellen Blut sinkt mit dem Alter. Seine Antwort war ein Dreischritt aus Medikamenten, Sauerstoffatmung und Bewegung, der diesen Wert dauerhaft anheben sollte. Die Idee ist bis heute in Praxen zu finden, kontrolliert geprüft wurde sie zuletzt vor mehr als 30 Jahren.

Kurz gesagt

Während der Sauerstoffatmung steigt der Sauerstoffdruck im Blut, und die begleitende Bewegung ist ein echtes Training, beides ist unstrittig. Von Ardenne ging weiter: Die Behandlung sollte einen Schaltmechanismus in den feinsten Blutgefäßen umlegen und den Sauerstoffdruck in Ruhe für Wochen bis Jahre anheben. Studien aus seinem Umfeld berichteten genau das, etwa 17 Prozent mehr Leistung bei 20 gesunden Männern. Unabhängige Kontrollstudien fanden dagegen keinen anhaltenden Anstieg des arteriellen Sauerstoffdrucks und bei 82 Männern denselben Leistungszuwachs auch mit Pressluft statt Sauerstoff. Randomisierte Studien gibt es nicht, und der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Methode als Kassenleistung ausgeschlossen.

Was sie ist und wie sie wirken soll

Im klassischen Aufbau hat die Therapie drei Schritte. Zuerst nimmt man Mittel ein, die die Sauerstoffverwertung in den Geweben verbessern sollen, in den Beschreibungen etwa Vitamin B1, Magnesiumorotat und das Herz-Kreislauf-Mittel Dipyridamol. Dann wird Sauerstoff über Maske oder Nasensonde eingeatmet, deutlich höher konzentriert als in der Raumluft. Und schließlich kommt Bewegung dazu, meist auf dem Fahrradergometer, bei nicht belastbaren Menschen ersatzweise geistige Aktivität. Von Ardenne beschrieb mehr als 20 Varianten, von einer Kurzform mit einer Viertelstunde Sauerstoff unter Belastung bis zu längeren Sitzungsserien in Ruhe, teils kombiniert mit Bädern, Thymuspräparaten oder Eigenblutverfahren.

Die Begründung ist physiologisch gedacht. Von Ardenne maß, dass der arterielle Sauerstoffdruck mit dem Alter sinkt, und vermutete dahinter einen Kapillarwand-Schaltmechanismus: Bei schlechter Sauerstoffversorgung schwellen die Zellen der Gefäßwand, die feinsten Gefäße werden enger, die Versorgung sinkt weiter. Ein kräftiger Sauerstoffstoß zusammen mit Bewegung sollte diesen Schalter wieder umlegen, mit einer Wirkung, die nach seinen Messungen Wochen, Monate oder sogar Jahre anhält. Als Messgröße dienten ihm die Sauerstoffdrücke im arteriellen und venösen Blut in Ruhe. Aus derselben Werkstatt stammt übrigens die systemische Krebs-Mehrschritt-Therapie mit Ganzkörper-Hyperthermie.

Warum die Idee überzeugt

Die Methode verbindet drei Dinge, die jedes für sich einleuchten: Sauerstoff als Grundlage der Energiegewinnung in den Zellen, Bewegung als nachweislich wirksames Mittel gegen Leistungsverlust im Alter und ein klar strukturiertes Programm mit Messwerten vor und nach der Behandlung. Dazu kam der Name. Von Ardenne war ein angesehener Naturwissenschaftler mit eigenem Forschungsinstitut in Dresden, der seine Ergebnisse in Fachzeitschriften veröffentlichte und sich auf Blutgasmessungen und Ergometrie stützte, nicht auf Erfahrungswissen allein.

Das hat die Methode lange getragen. Mehrere Gerätehersteller boten eigene Sauerstoffanlagen dafür an, und noch Ende der 1990er-Jahre stritten Versicherte vor Sozialgerichten um die Kostenübernahme. Gerade weil von Ardenne messbare Aussagen gemacht hat, lässt sich heute gut nachvollziehen, was die Messungen ergeben haben.

Abgrenzung zu Druckkammer, EWOT und Höhentraining

Druckkammer. Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie atmest du reinen Sauerstoff unter deutlich erhöhtem Druck, erst dadurch löst sich ein Vielfaches an Sauerstoff physikalisch im Blutplasma. Die Mehrschritt-Therapie arbeitet bei normalem Luftdruck. Bei gesunder Lunge ist das Hämoglobin schon unter Raumluft fast vollständig beladen; zusätzlicher Sauerstoff hebt dann den Sauerstoffdruck im Blut, die transportierte Menge aber nur wenig. Die Druckkammer hat mit dem schweren diabetischen Fußsyndrom eine Indikation, für die in Deutschland die Kasse zahlt, die Mehrschritt-Therapie hat keine.

EWOT. Training mit Sauerstoffmaske, wie es heute unter dem Namen Exercise With Oxygen Therapy angeboten wird, ähnelt im Ablauf der Kurzform von Ardennes: Sauerstoff über die Maske, gleichzeitig Ausdauerbelastung. Was zu Training unter erhöhtem Sauerstoffanteil gemessen wurde, steht im Tipp zu EWOT; die einzige passende randomisierte Studie bei Gesunden fand dort keinen Effekt auf die maximale Sauerstoffaufnahme. Die Mehrschritt-Therapie geht in zwei Punkten darüber hinaus: Sie kombiniert den Sauerstoff mit Medikamenten und verspricht eine Wirkung, die lange nach der Behandlung anhält.

Hypoxietraining. Das IHHT geht den umgekehrten Weg und setzt Phasen sauerstoffarmer Luft als Reiz. Mit der Ozontherapie wurde die Mehrschritt-Therapie in der Praxis häufig kombiniert, es sind aber getrennte Verfahren.

Was gut belegt ist

Gut belegt sind die Bausteine, nicht die Methode als Ganzes. Dass Sauerstoffatmung den Sauerstoffdruck in Lunge und arteriellem Blut während der Inhalation anhebt, ist Physiologie. Dass Bewegung auf dem Ergometer leistungsfähiger macht, zeigte ausgerechnet die größte kontrollierte Studie zur Methode: Alle vier Gruppen wurden besser, auch die mit Pressluft und Scheintablette.

Bei Menschen mit echtem Sauerstoffmangel im Blut, etwa bei schweren Lungenerkrankungen, ist Sauerstoff eine etablierte Therapie. Eine kritische Übersicht in der Versicherungsmedizin hielt 1998 fest, dass sich Erkrankungen mit chronischer oder wiederkehrender Hypoxämie mit der konventionellen Sauerstofftherapie wirksam behandeln lassen. Die Mehrschritt-Therapie setzt dagegen bei Menschen an, deren Sauerstoffversorgung im üblichen Sinn ausreichend ist.

Was die Studien zeigen

Lippmann 1980 – erste klinische Prüfung

46 Patienten ohne Beschränkung auf ein Krankheitsbild erhielten die Therapie in Serien von zehn oder 15 Sitzungen. Bei etwa zwei Dritteln stieg der arterielle Sauerstoffdruck in Ruhe, im Mittel von 10,66 auf 11,98 Kilopascal 24 Stunden nach Therapieende, und der Effekt soll mehr als drei Monate angehalten haben. Eine Kontrollgruppe gab es nicht. Für die Werte nach drei Monaten lagen nach der Auswertung des Bundesausschusses nur noch 9 Patienten vor, die übrigen Berechnungen stufte er als explorativ ein.

von Ardenne 1984 – Leistung bei Gesunden

20 gesunde Männer an zwei Zentren erhielten zwei 15-minütige Schnellprozesse oder eine Scheinbehandlung mit Pressluft. Zwei Wochen danach war die Leistung bei einem Puls von 130 in der Therapiegruppe von 115,2 auf 134,3 Watt gestiegen, im Mittel um 17 Prozent, in der Scheingruppe um 5,7 Watt oder 5 Prozent. Die Autoren sahen darin die anhaltende Wirkung bestätigt. Die Zuteilung erfolgte nicht zufällig, und einen direkten statistischen Vergleich der beiden Gruppen enthält die Arbeit nicht.

Heß 1986 – vier Gruppen, 82 Männer

82 weitgehend gesunde Männer im fünften bis achten Lebensjahrzehnt wurden auf vier Gruppen verteilt: Sauerstoff mit Wirkstofftablette, Sauerstoff mit Scheintablette, Pressluft mit Wirkstofftablette und Pressluft mit Scheintablette, jeweils drei 15-minütige Schnellprozesse im Wochenabstand. Die Tablette war doppelt, das Gas einfach verblindet. Der arterielle und venöse Sauerstoffdruck in Ruhe blieb in allen Gruppen im Mittel unverändert, die Leistung stieg in allen Gruppen ähnlich. Die Autoren werteten das als Trainingseffekt der Ergometertests und hielten die Methode zur Leistungssteigerung bei gesunden Männern für ungeeignet. Ob zufällig zugeteilt wurde, ist nicht angegeben (Auswertung im Bericht des Bundesausschusses).

Nolte 1980 – Sauerstoffdruck bei Lungenkranken

14 Patienten zwischen 55 und 72 Jahren mit chronischer Lungenerkrankung atmeten über sieben Nächte Sauerstoff, zusammen 56 Stunden; ein Teil erhielt zusätzlich die Medikamente der Methode, der andere nur Sauerstoff. Der mittlere arterielle Sauerstoffdruck von 68,1 Torr änderte sich nicht signifikant, in keiner der beiden Gruppen gab es eine gerichtete Veränderung. Nachbeobachtet wurde nur sieben Tage, zugeteilt nicht zufällig. Die Autoren schrieben selbst, dass ihre Untersuchung die Methode nicht insgesamt widerlegen könne.

von Ardenne 1989 – geistige Leistung

59 Patienten wurden vor und nach Therapie mit begleitendem Gehirntraining computergestützt getestet und mit 14 Kontrollpersonen verglichen. Die rechnerische Kurzspeicherkapazität stieg um 19 bis 23 Prozent, Wahrnehmungs- und Reaktionstests liefen 12 bis 18 Prozent schneller. Das Kurzzeitgedächtnis selbst besserte sich gegenüber der Kontrollgruppe nicht, und weil das Gehirntraining Teil der Behandlung war, lässt sich der Anteil des Sauerstoffs nicht abgrenzen.

Wolf 1991 – Hörsturz

28 Patienten mit plötzlichem Hörverlust ohne erkennbare Ursache erhielten Kurzprozesse von je 15 Minuten. Die Autoren sahen bessere Ergebnisse als unter anderen Behandlungen und als bei der spontanen Erholung, die beim Hörsturz häufig ist. Die Auswertung war rückblickend und hatte keine Kontrollgruppe; der Bundesausschuss sah darin nur eine Grundlage für eine künftige kontrollierte Studie.

Wo die Daten aufhören

Die zentrale Behauptung, ein über Wochen bis Jahre erhöhter Sauerstoffdruck in Ruhe, hat sich in den unabhängigen Kontrollstudien nicht gezeigt. Die positiven Befunde stammen überwiegend aus Studien ohne Kontrollgruppe oder ohne zufällige Zuteilung, meist aus dem Umfeld des Entwicklers. Dazu kommt das Grundproblem jeder Kombinationsbehandlung: Werden Medikamente, Sauerstoff und Training zusammen gegeben, lässt sich ohne saubere Vergleichsgruppen nicht sagen, welcher Teil wirkt. Die Studie mit vier Gruppen hat genau das versucht und fand nur den Trainingseffekt.

Der Bundesausschuss stellte 2001 fest, dass nichts gegen gute Studien spreche, die Methode lasse sich ohne Weiteres randomisiert und verblindet prüfen. Seit etwa 1990 sind keine relevanten neuen Arbeiten erschienen; die jüngste in Europe PMC gelistete Veröffentlichung zur Methode stammt von 1992 (Stand Oktober 2026). Zu Endpunkten, die für Longevity zählen, etwa Lebenserwartung, Herzinfarkt oder Demenz, gibt es keine Daten.

Status, Zulassung und Recht

Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie ist keine Kassenleistung. Der damalige Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen beschloss am 4. Dezember 1990, sie nicht anzuerkennen, und bestätigte das am 6. Februar 2001 nach einer erneuten, indikationsbezogenen Prüfung auf Antrag des AOK-Bundesverbands: Für keine der geprüften Indikationen fand er belastbare Nachweise für Nutzen und medizinische Notwendigkeit. Bis heute steht sie als Nummer 6 in Anlage II der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung, der Liste der Methoden, die nicht zulasten der Krankenkassen erbracht werden dürfen (Fassung in Kraft seit 9. September 2026). Wer sie nutzt, zahlt selbst.

Leitlinien, Konsensuspapiere oder HTA-Berichte, die die Methode als Therapieoption nennen, fand der Ausschuss nicht. Bei den Herstellern der Sauerstoffgeräte erfragte er 2000 die CE-Kennzeichnung. Ein Baustein der klassischen Varianten, Dipyridamol, ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Eine eigene Bewertung des IGeL-Monitors zur Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie haben wir nicht gefunden.

Sicherheit

Systematische Sicherheitsdaten zur Methode gibt es nicht, die vorhandenen Studien waren klein und kurz. Bekannt sind die Risiken der einzelnen Bausteine. Bei Menschen mit chronischem Sauerstoffmangel, etwa bei schwerer COPD mit Kohlendioxid-Rückhalt, ist der niedrige Sauerstoffgehalt ein Antrieb für die Atmung; fällt er durch zusätzlichen Sauerstoff weg, kann die Atmung flacher werden und sich Kohlendioxid anstauen, darauf wies schon eine kritische Analyse von 1989 hin. Mehr Sauerstoff im Atemgas verengt außerdem Blutgefäße, heißt also nicht automatisch mehr Durchblutung; die Messungen dazu stehen im Tipp zu EWOT.

Die Belastung auf dem Ergometer setzt ein belastbares Herz voraus, von Ardenne selbst sah die Kurzform mit Belastung für herzgesunde Menschen vor. Dipyridamol ist ein Arzneimittel mit eigenen Gegenanzeigen und Wechselwirkungen und gehört in ärztliche Hand. Wer unter Belastung Luftnot, Schwindel oder Brustschmerz hat, braucht zuerst eine ärztliche Abklärung.

BK-Score Lange angewendet, kaum untersucht

Human-Evidenz3
Mechanismus3
Sicherheits-Datenlage4
Hype-Abstand2
Anwendungserfahrung6

Evidenz 3, weil es nur kleine kontrollierte, aber nicht randomisierte Studien aus den 1980er-Jahren gibt und seit etwa 1990 keine neue: Arbeiten aus dem Umfeld von Ardennes berichten höhere Ruhe-Sauerstoffdrücke und mehr Leistung (20 gesunde Männer, Leistung bei Puls 130 plus 17 Prozent, ohne direkten Gruppenvergleich), unabhängige Untersuchungen fanden keinen anhaltenden Anstieg des arteriellen Sauerstoffdrucks (Nolte 1980, 14 Patienten) und gleiche Leistungszuwächse in allen vier Gruppen, auch mit Pressluft statt Sauerstoff (Heß 1986, 82 Männer). Mechanismus 3, weil der Sauerstofftransport im Blut gut verstanden ist, der behauptete Kapillarwand-Schaltmechanismus für eine Wochen bis Jahre anhaltende Wirkung aber nie unabhängig nachgewiesen wurde. Sicherheit 4, weil kurze Sauerstoffatmung aus der Medizin gut bekannt ist, systematische Sicherheitsdaten zur Kombination aus Sauerstoff, Medikamenten und Belastung aber fehlen. Hype 2, weil die Methode als nahezu universell wirksam gegen Alterung und viele Krankheiten beworben wurde, der Bundesausschuss 2001 aber für keine der geprüften Indikationen einen belastbaren Nutzennachweis fand. Anwendung 6, weil sie seit den 1980er-Jahren in Praxen angeboten wird. Richtung gemischt.

Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos. „Anwendungserfahrung 9“ heißt: lange und breit angewendet – das ist kein Wirksamkeitsbeleg.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen

Häufige Fragen zu Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie

Was ist die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie?

Ein von Manfred von Ardenne entwickeltes Verfahren aus drei Schritten: Einnahme von Vitaminen und Medikamenten, Atmung von sauerstoffangereicherter Luft und körperliche Belastung. Es sollte den im Alter sinkenden Sauerstoffdruck im Blut dauerhaft anheben. Es gibt mehr als 20 Varianten, darunter eine Kurzform mit einer Viertelstunde Sauerstoff auf dem Ergometer.

Erhöht die Therapie dauerhaft den Sauerstoff im Blut?

Gezeigt ist das nicht. Studien aus dem Umfeld von Ardennes berichteten höhere Ruhewerte, allerdings ohne Kontrollgruppe oder ohne zufällige Zuteilung. Unabhängige Kontrollstudien fanden bei 14 Lungenkranken und bei 82 gesunden Männern keinen anhaltenden Anstieg des arteriellen Sauerstoffdrucks.

Was ist der Unterschied zur hyperbaren Sauerstofftherapie?

Die Druckkammer arbeitet mit deutlich erhöhtem Druck, dadurch löst sich ein Vielfaches an Sauerstoff im Blutplasma. Die Mehrschritt-Therapie arbeitet bei normalem Luftdruck, bei gesunder Lunge steigt die transportierte Sauerstoffmenge dann nur wenig. Die Druckkammer ist beim schweren diabetischen Fußsyndrom Kassenleistung, die Mehrschritt-Therapie nicht.

Ist das dasselbe wie EWOT?

Die Kurzform ähnelt EWOT im Ablauf: Sauerstoff über die Maske bei gleichzeitiger Ausdauerbelastung. Die Mehrschritt-Therapie kombiniert das zusätzlich mit Medikamenten und verspricht eine lang anhaltende Wirkung. Für beide fehlt der Nachweis eines Nutzens bei Gesunden.

Zahlt die Krankenkasse die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie?

Nein. Der Gemeinsame Bundesausschuss führt sie in der Liste der Methoden, die nicht zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden dürfen; der Beschluss stammt von 1990 und wurde 2001 nach erneuter Prüfung bestätigt. Sie ist eine Selbstzahlerleistung.

Ist die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie gefährlich?

Für Gesunde sind kurze Sauerstoffanwendungen in der Regel unproblematisch, systematische Sicherheitsdaten zur Methode fehlen aber. Bei chronischer Lungenerkrankung mit Kohlendioxid-Rückhalt kann zusätzlicher Sauerstoff die Atmung dämpfen, die Belastung setzt ein gesundes Herz voraus, und das verwendete Dipyridamol ist verschreibungspflichtig.

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-10-15.