Biohacking Kompakt

Peptid & Experimentelles

LZ1

Synthetisches antimikrobielles Peptid (15 Aminosäuren), vom Schlangen-Cathelicidin abgeleitet, Forschungssubstanz · LZ1-Peptid, LZ-1, VKRWKKWWRKWKKWV-NH2

LZ1 ist ein kurzes Abwehrpeptid aus dem Labor, das gegen Aknebakterien wirken soll. In Zellkultur und bei Mäusen tat es das, und es dämpfte Entzündungen. Am Menschen wurde es nie geprüft.

Kurz gesagt

LZ1 ist ein synthetisches Peptid aus 15 Aminosäuren, das eine chinesische Arbeitsgruppe 2013 beschrieben hat und später als Abkömmling eines Abwehrpeptids aus Schlangengift einordnete. Im Reagenzglas hemmte es Aknebakterien bei sehr niedrigen Konzentrationen, im Mausmodell verringerte ein LZ1-Gel Bakterien und Entzündung am Ohr. Dieselbe Gruppe fand Wirkungen gegen Malariaerreger und Bauchspeicheldrüsenkrebs, ebenfalls nur in Zellkultur und Maus. Eine unabhängige Laborprüfung bestätigte die Verträglichkeit an Hautzellen, fand gegen Aknebakterien aber eine deutlich schwächere Wirkung. Eine Studie am Menschen gibt es nicht, auch keine registrierte.

Was LZ1 ist und wie es wirkt

LZ1 hat die Sequenz VKRWKKWWRKWKKWV-NH2. Die Erstbeschreibung von 2013 nennt es ein entworfenes Peptid, spätere Arbeiten derselben Gruppe leiten es von einem Cathelicidin aus Schlangengift ab. Cathelicidine sind Abwehrpeptide, die Tiere und Menschen selbst bilden; das menschliche Gegenstück ist LL-37. Eine unabhängige Arbeitsgruppe beschreibt LZ1 als Fusion bekannter Peptidfamilien. Unter dem Namen LZ1 ist aber in allen Quellen dieselbe Sequenz gemeint.

Im Reagenzglas tötete LZ1 Aknebakterien sowie Staphylococcus epidermidis und S. aureus und hemmte die Ausschüttung der Entzündungsbotenstoffe TNF-α und IL-1β. In Malaria-infizierten roten Blutkörperchen hemmte es die Pyruvatkinase und damit die Energiegewinnung des Erregers. In Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zellen band es an das Oberflächenprotein Nucleolin und löste über AMPK einen autophagieabhängigen Zelltod aus. Alle diese Befunde stammen aus Zellkultur und Mausmodellen.

Was gut belegt ist

Belegt ist die Wirkung im Labor. In der Erstbeschreibung hemmte LZ1 drei Stämme des Aknebakteriums bei 0,6 µg/ml, nach Angabe der Autoren eine viermal niedrigere Konzentration als das Akne-Antibiotikum Clindamycin. Es schädigte menschliche Keratinozyten kaum, löste rote Blutkörperchen kaum auf und blieb in menschlichem Plasma stabil. Im Mausmodell senkte ein LZ1-Gel Bakterienzahl, Ohrschwellung und Entzündungszellen.

Eine unabhängige Arbeitsgruppe bestätigte 2023, dass LZ1 rote Blutkörperchen nicht auflöst und Keratinozyten bis 200 µg/ml nicht schädigt.

Was die Studien zeigen

Akne im Labor und am Mausohr, Zhang 2013

Die Autoren verglichen LZ1 mit Clindamycin gegen Aknebakterien, Staphylococcus epidermidis und S. aureus. Mäusen wurden Aknebakterien ins Ohr gespritzt, danach wurde ein Gel mit LZ1, mit Clindamycin oder ohne Wirkstoff aufgetragen. LZ1 verringerte Bakterienzahl, Schwellung und Entzündungszellen und senkte TNF-α und IL-1β. Untersucht wurde über wenige Tage, nur an Mäusen.

Unabhängiger Laborvergleich, Ramata-Stunda 2023

Die Gruppe verglich LZ1 mit zehn anderen antimikrobiellen Peptiden. Gegen Aknebakterien lag die minimale Hemmkonzentration von LZ1 bei 8 µg/ml, also deutlich höher als in der Erstbeschreibung; gegen S. aureus stimmte sie überein. An Keratinozyten war LZ1 bis 200 µg/ml unschädlich, an Bindegewebszellen der Maus wirkte es ab 62,5 µg/ml schädigend. Eine Hämolyse trat nicht auf.

Malaria und Bauchspeicheldrüsenkrebs, 2019

Gegen Malariaerreger wirkte LZ1 in Zellkultur und senkte bei infizierten Mäusen die Parasitenlast dosis- und zeitabhängig (Fang 2019). Bei Mäusen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs bremste es das Tumorwachstum und verlängerte das Überleben (Xu 2019). Beides ist Grundlagenforschung ohne Bezug zur Anwendung bei Akne.

Wo die Daten aufhören

  • Kein Mensch wurde in einer Studie behandelt. Es gibt weder eine veröffentlichte Humanstudie noch einen Eintrag bei ClinicalTrials.gov (Abfrage 05.10.2026). Ob LZ1 auf menschlicher Haut gegen Akne wirkt, ist unbekannt.
  • Die Wirkstärke ist umstritten. Die einzige unabhängige Nachprüfung fand gegen Aknebakterien eine mehr als zehnmal höhere Hemmkonzentration als die Erstbeschreibung.
  • Fast alles aus einer Arbeitsgruppe. Die Akne-, Malaria- und Krebsdaten stammen aus derselben Gruppe.
  • Kein Weg zur Anwendung beschrieben. Untersucht sind Laborkonzentrationen und ein Gel am Mausohr. Für Injektionen gibt es keine Daten, auch keine aus Tierversuchen zu Akne.

Status, Zulassung und Recht

LZ1 ist nirgends als Arzneimittel zugelassen, eine klinische Entwicklung ist nicht bekannt. In Deutschland ist es nicht als verschreibungspflichtig gelistet; angeboten wird es als Forschungschemikalie. Als nicht zugelassene, pharmakologisch wirksame Substanz fällt LZ1 unter S0 der WADA-Liste 2026 und ist im Sport jederzeit verboten.

Sicherheit

Zur Sicherheit am Menschen gibt es keine Daten. Im Labor löste LZ1 rote Blutkörperchen nicht auf und schädigte Keratinozyten kaum, an Bindegewebszellen der Maus wirkte es in höherer Konzentration schädigend. In Krebszellen löst es über Nucleolin einen Zelltod aus; wie es auf gesunde Zellen bei längerer Anwendung wirkt, ist nicht untersucht. Daten zu Hautreizung, Allergien und Langzeitanwendung fehlen. Ware vom Graumarkt ist in Reinheit, Gehalt und Sterilität ungeprüft.

BK-Score Nicht am Menschen untersucht

Human-Evidenz0
Mechanismus3
Sicherheits-Datenlage1
Hype-Abstand2
Anwendungserfahrung1

Evidenz 0, weil es keine Studie am Menschen gibt: Alle Arbeiten zu LZ1 stammen aus Reagenzglas und Mausmodellen (Zhang 2013, Fang 2019, Xu 2019, Ramata-Stunda 2023), und ClinicalTrials.gov führt keine Studie (Abfrage 05.10.2026). Mechanismus 3, weil die Wirkung gegen Aknebakterien, die Hemmung von TNF-α und IL-1β und ein Weg über Nucleolin und AMPK in Krebszellen im Labor gemessen sind, die Befunde aber fast alle aus einer Arbeitsgruppe stammen und eine unabhängige Prüfung eine deutlich schwächere Wirkung gegen Aknebakterien fand (8 statt unter 1 µg/ml). Sicherheit 1, weil nur Zellkulturdaten zu Haut-, Bindegewebs- und roten Blutzellen sowie kurze Mausversuche vorliegen. Hype 2, weil LZ1 als Akne-Peptid gehandelt wird, obwohl kein Mensch in einer Studie damit behandelt wurde. Anwendung 1: keine klinische Entwicklung, nur Forschungs- und Graumarktware. Richtung offen.

Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen

Häufige Fragen zu LZ1

Was ist LZ1?

LZ1 ist ein im Labor hergestelltes Peptid aus 15 Aminosäuren mit der Sequenz VKRWKKWWRKWKKWV-NH2. Es gehört zu den antimikrobiellen Peptiden und wird von seinen Entdeckern von einem Abwehrpeptid aus Schlangengift abgeleitet.

Hilft LZ1 gegen Akne?

Am Menschen ist das nicht untersucht. Im Reagenzglas hemmte LZ1 Aknebakterien, und bei Mäusen verringerte ein LZ1-Gel Bakterien und Entzündung am Ohr. Eine unabhängige Laborprüfung fand eine deutlich schwächere Wirkung gegen Aknebakterien als die Erstbeschreibung.

Gibt es Studien am Menschen?

Nein. Es gibt keine veröffentlichte Humanstudie und keinen Eintrag im Studienregister ClinicalTrials.gov.

Ist LZ1 sicher?

Das ist unbekannt. In Zellkultur löste LZ1 rote Blutkörperchen nicht auf und schädigte Hautzellen kaum, Daten zu Hautreizung, Allergien und Langzeitanwendung am Menschen fehlen.

Ist LZ1 legal?

LZ1 ist nirgends als Arzneimittel zugelassen und wird als Forschungschemikalie verkauft. Im Sport ist es als nicht zugelassene Substanz nach S0 der WADA-Liste 2026 jederzeit verboten.

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Quellen

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-10-05.