Biohacking Kompakt

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Arjuna

Kräuter · Terminalia arjuna, Arjuna-Rinde, Arjun

Arjuna ist die Rinde eines indischen Baums, die im Ayurveda als Herzmittel gilt. In kleinen Studien gingen Angina-Beschwerden, Blutdruck und einzelne Blutfettwerte zurück. Die größte placebokontrollierte Studie bei Herzschwäche fand dagegen keine bessere Pumpfunktion, und fast alle Daten stammen aus kurzen Studien in Indien.

Was Arjuna ist

Arjuna ist die getrocknete Stammrinde von Terminalia arjuna, einem Baum aus Indien. Verwendet wird sie als Pulver oder als Extrakt. Ein in Studien genutzter Rindenextrakt enthält laut Bharani 2002 unter anderem Arjunasäure und Terminsäure, Glykoside wie Arjunetin und die Arjunoside I bis IV, dazu Flavone, Gerbstoffe und oligomere Proanthocyanidine.

Im BK-Score stehen 5 von 10 Punkten bei der Human-Evidenz. Diese Achse bewertet den Wissensstand, nicht die Substanz: Es gibt mehrere randomisierte Studien, aber sie sind klein, kurz und kommen fast alle aus Indien. Die Herzstärkung, mit der Arjuna verkauft wird, ist am härtesten Messwert nicht gezeigt.

Wie es wirkt

Für die Wirkung auf das Herz werden die antioxidativen Inhaltsstoffe der Rinde verantwortlich gemacht. Am Menschen ist das nur über Begleitmarker gemessen: In der Studie von Gupta 2001 sanken die Lipidperoxide im Blut nach 30 Tagen Rindenpulver um 29,3 Prozent, unter Vitamin E um 36,4 Prozent. In der Herzschwäche-Studie von Maulik 2016 blieb die Aktivität des Schutzenzyms Katalase in den roten Blutkörperchen unter Arjuna besser erhalten als unter Placebo.

Ein plausibler Mechanismus ist noch kein klinischer Nutzen. Welcher Inhaltsstoff in welcher Menge die beobachteten Effekte auf Angina oder Blutdruck auslösen soll, ist am Menschen nicht geklärt.

Was gut belegt ist

  • Weniger Angina-Beschwerden in einer doppelblinden Studie. Bei 58 Männern mit stabiler Angina gingen unter Arjuna die Anfälle zurück, die Belastungsdauer auf dem Laufband stieg, ähnlich wie unter dem Nitrat Isosorbidmononitrat. Jede Behandlungsphase dauerte allerdings nur eine Woche.
  • Geringere Herzmuskelmasse in der Meta-Analyse. Über 9 randomisierte Studien mit 537 Menschen mit Herzschwäche sank die linksventrikuläre Masse (mittlere Differenz −44,32) ohne Streuung zwischen den Studien, das HDL-Cholesterin stieg (mittlere Differenz 3,53).
  • Gute Verträglichkeit über kurze Zeiträume. In der größten Einzelstudie wurde der Extrakt über 12 Wochen gut vertragen, in den Studien zu Angina und Blutdruck wurden keine relevanten Nebenwirkungen berichtet.

Was die Studien zeigen

Herzschwäche: Meta-Analyse 2026 und die größte Einzelstudie

Kumar 2026 fasste 9 randomisierte Studien mit 537 Patienten zusammen. Die linksventrikuläre Masse sank deutlich, die Auswurfleistung stieg um 1,85 Prozentpunkte, was die Signifikanz verfehlte (p = 0,1). Blutdruck, Triglyzeride und LDL änderten sich nicht. Die größte Einzelstudie, Maulik 2016, gab 100 Patienten mit Herzschwäche der NYHA-Klasse II und einer Auswurfleistung von höchstens 40 Prozent zusätzlich zur Standardtherapie 12 Wochen lang Arjuna-Extrakt oder Placebo, doppelblind. Die Auswurfleistung als primärer Endpunkt blieb unverändert (24,3 gegen 25,5 Prozent), ebenso Gehstrecke, Lebensqualität, BNP und Entzündungswerte. Bessere Werte zeigten sich nur in nachträglichen Untergruppenanalysen.

Stabile Angina: Bharani 2002

In einer doppelblinden Crossover-Studie erhielten 58 Männer mit stabiler Angina und belastungsabhängiger Ischämie je eine Woche lang Arjuna-Extrakt, Isosorbidmononitrat oder Placebo. Unter Arjuna brauchten sie weniger Nitrospray (5,69 gegen 18,22 mg pro Woche), die Belastungsdauer stieg von 4,76 auf 6,14 Minuten, die ST-Senkung im Belastungs-EKG nahm ab. Zwischen Arjuna und dem Nitrat gab es keinen signifikanten Unterschied. Frauen wurden nicht untersucht.

Schwere Herzschwäche: Bharani 1995

Zwölf Patienten mit therapieresistenter Herzschwäche der NYHA-Klasse IV erhielten zusätzlich zur Standardtherapie je zwei Wochen Arjuna oder Placebo im doppelblinden Crossover. Unter Arjuna lag die Auswurfleistung bei 35,3 statt 30,2 Prozent, die Herzvolumina waren kleiner. Die anschließende Langzeitbeobachtung über rund zwei Jahre lief offen, ohne Vergleichsgruppe.

Blutdruck und Blutfette: Nazir 2026 und Gupta 2001

Nazir 2026 teilte 44 Menschen mit Bluthochdruck Stufe 1 auf Arjuna oder Placebo auf, alle nahmen zusätzlich Telmisartan. Nach 28 Tagen sank der Blutdruck in beiden Gruppen, unter Arjuna stärker; auch Cholesterin und Triglyzeride gingen zurück. Die Studie war dreifach verblindet und registriert. Gupta 2001 verglich bei 105 Patienten mit koronarer Herzkrankheit Placebo, Vitamin E und Arjuna-Pulver über 30 Tage. In der Arjuna-Gruppe sanken Gesamtcholesterin um 9,7 Prozent und LDL um 15,8 Prozent gegenüber dem Ausgangswert; ein direkter statistischer Vergleich mit Placebo wird im Abstract nicht berichtet.

Wo die Daten aufhören

  • Bessere Pumpfunktion bei Herzschwäche. Die größte placebokontrollierte Studie fand keinen Effekt auf die Auswurfleistung, in der Meta-Analyse verfehlte sie die Signifikanz. Die positiven Daten von Bharani 1995 stammen von 12 Patienten.
  • Harte Endpunkte. Keine der hier ausgewerteten Studien hat Herzinfarkte, Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle als Zielgröße untersucht.
  • Übertragbarkeit. Fast alle Studien kommen aus Indien, sind klein und kurz, teils mit einwöchigen Behandlungsphasen. Die Angina-Studie schloss nur Männer ein.
  • Vergleichbarkeit der Produkte. Geprüft wurden Rindenpulver, Extrakte und wässrige Extrakte in unterschiedlichen Mengen. Ergebnisse eines Extrakts lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein anderes Produkt übertragen.

Status, Zulassung und Recht

Arjuna wird in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gibt es dafür nicht: Die EU-Liste nach Verordnung 432/2012 enthält keine Angabe zu Arjuna oder Terminalia.

Die Gemeinsame Expertenkommission von BVL und BfArM hat 2020 festgehalten, dass Produkte der ayurvedischen Tradition je nach Inhaltsstoffen, Dosierung, pharmakologischer Wirkung und Aufmachung Lebensmittel oder Arzneimittel sein können, dass bei Lebensmitteln zu prüfen ist, ob es sich um ein neuartiges Lebensmittel handelt, und dass generell im Einzelfall zu prüfen ist. Eine eigene Einstufung von Arjuna enthält die Stellungnahme nicht.

Sicherheit

In den Studien wurden über Tage bis 12 Wochen keine relevanten Nebenwirkungen berichtet. Langzeitdaten fehlen, ebenso Daten zu Schwangerschaft, Stillzeit und Kindern. Im BK-Score steht die Sicherheit bei 3 von 10 Punkten; diese Achse misst, wie gut die Sicherheit untersucht ist, nicht wie sicher die Substanz ist.

Ein eigenes Thema ist die Produktqualität. Laut der Expertenkommission von BVL und BfArM ist die Qualität ayurvedischer Produkte sehr heterogen; Sachverständige der amtlichen Lebensmittelüberwachung fanden in einzelnen eingeführten ayurvedischen Nahrungsergänzungsmitteln sehr hohe Gehalte an Blei, Quecksilber und Arsen. Weil die Studien Arjuna fast immer zusätzlich zu Herzmedikamenten geprüft haben, ohne Wechselwirkungen systematisch zu untersuchen, gehört eine Einnahme bei Herzerkrankungen in ärztliche Abstimmung. Dieser Text ist Information und ersetzt keine medizinische Beratung.

BK-Score Dünne Humanevidenz

Human-Evidenz5
Mechanismus3
Sicherheits-Datenlage3
Hype-Abstand4
Anwendungserfahrung6

Evidenz 5, weil es mehrere randomisierte Studien gibt, die aber klein, kurz und fast alle aus Indien sind: positiv bei stabiler Angina mit einwöchigen Behandlungsphasen (Bharani 2002, 58 Männer), ohne Wirkung auf die Auswurfleistung in der größten placebokontrollierten Studie bei Herzschwäche (Maulik 2016, 100 Patienten); die Meta-Analyse über 9 Studien mit 537 Patienten findet eine geringere linksventrikuläre Masse und ein höheres HDL, aber keine signifikant bessere Auswurfleistung (Kumar 2026). Mechanismus 3, weil Inhaltsstoffe wie Triterpensäuren, Glykoside und Flavone benannt sind, eine am Menschen bestätigte Wirkkette aber fehlt. Sicherheit 3, weil nur Kurzzeitdaten über Tage bis 12 Wochen vorliegen und die Qualität ayurvedischer Produkte nach Einschätzung der Expertenkommission von BVL und BfArM stark schwankt. Hype 4, weil Arjuna als Herzstärkung vermarktet wird, während die Pumpfunktion in der größten Studie unverändert blieb. Anwendung 6, weil die Rinde im Ayurveda seit langem verwendet wird, eine systematische Erfassung von Nebenwirkungen aber fehlt. Richtung gemischt: positive Befunde zu Angina, Blutdruck und Blutfetten neben einer negativen Studie zur Herzleistung.

Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos. „Anwendungserfahrung 9“ heißt: lange und breit angewendet – das ist kein Wirksamkeitsbeleg.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen

Häufige Fragen zu Arjuna

Was ist Arjuna?

Arjuna ist die getrocknete Stammrinde des indischen Baums Terminalia arjuna. Im Ayurveda wird sie traditionell bei Herzbeschwerden verwendet. Sie enthält unter anderem Triterpensäuren wie Arjunasäure, Glykoside, Flavone und Gerbstoffe und wird als Pulver oder Extrakt angeboten.

Hilft Arjuna bei Herzschwäche?

Das ist nicht gezeigt. In der größten placebokontrollierten Studie mit 100 Patienten änderte sich die Auswurfleistung nach 12 Wochen nicht. Eine Meta-Analyse über 9 Studien fand eine geringere Herzmuskelmasse und ein höheres HDL, die Auswurfleistung verbesserte sich aber nicht signifikant.

Hilft Arjuna bei Angina pectoris?

In einer doppelblinden Crossover-Studie mit 58 Männern gingen Anfälle und Nitratbedarf unter Arjuna zurück, die Belastbarkeit stieg, ähnlich wie unter Isosorbidmononitrat. Jede Phase dauerte nur eine Woche, Frauen wurden nicht untersucht, und eine Wiederholung durch andere Gruppen fehlt.

Senkt Arjuna den Blutdruck?

In einer dreifach verblindeten Studie mit 44 Menschen mit Bluthochdruck Stufe 1 sank der Blutdruck nach 28 Tagen unter Arjuna stärker als unter Placebo, alle nahmen zusätzlich Telmisartan. In der Meta-Analyse zu Herzschwäche änderte sich der Blutdruck dagegen nicht.

Ist Arjuna in Deutschland erlaubt?

Arjuna wird als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gibt es nicht. Nach der Stellungnahme der Expertenkommission von BVL und BfArM sind ayurvedische Produkte im Einzelfall einzustufen, auch mit Blick auf den Status als neuartiges Lebensmittel.

Welche Risiken hat Arjuna?

In den kurzen Studien wurden keine relevanten Nebenwirkungen berichtet, Langzeitdaten fehlen. Ayurvedische Produkte schwanken stark in der Qualität, amtliche Kontrollen fanden in einzelnen Präparaten hohe Gehalte an Blei, Quecksilber und Arsen. Bei Herzmedikamenten ist ärztliche Rücksprache angezeigt.

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Quellen

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-10-05.