Biohacking Kompakt

Glossar · Methodik

Primärer Endpunkt

Kurz gesagt

Der primäre Endpunkt ist die eine Frage, die eine Studie vorab als ihre Hauptfrage anmeldet. Verfehlt eine Studie ihn, ist sie negativ — auch dann, wenn sich an anderer Stelle etwas Positives zeigt.

Vor dem ersten Teilnehmer legt ein Studienteam fest, woran der Erfolg gemessen wird: an einer Zahl, zu einem bestimmten Zeitpunkt, in einer bestimmten Gruppe. Diese Festlegung wird in einem Register hinterlegt und ist danach nicht mehr veränderbar. Genau das macht sie wertvoll — sie verhindert, dass hinterher der Ausschnitt gesucht wird, der am besten aussieht.

Alles andere, was eine Studie misst, sind sekundäre Endpunkte und Untergruppen. Die dürfen berichtet werden, und sie sind oft interessant. Aber sie tragen keinen Wirksamkeitsbeleg, weil bei genügend gemessenen Werten rein rechnerisch immer etwas Auffälliges dabei ist.

Deshalb steht in unseren Faktenchecks häufig ein Satz wie: „Der primäre Endpunkt wurde verfehlt.“ Das ist keine Kleinigkeit am Rande — das ist das Ergebnis.

Ein positiver Nebenbefund in einer negativen Studie ist eine Hypothese, kein Beleg.

Wo das in den Faktenchecks vorkommt

  • LL-37 – Der Hauptendpunkt der Wundheilungsstudie wurde verfehlt; positiv war nur eine Untergruppe.
  • SS-31 (Elamipretid) – Die Zulassungsentscheidung fiel trotz verfehltem primären Endpunkt der Hauptstudie.
  • AOD-9604 – Die am häufigsten zitierte Phase-2b-Studie wurde nie in einem Fachjournal veröffentlicht.

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