Biohacking Kompakt

Glossar · Methodik

Surrogatmarker

Kurz gesagt

Ein Surrogatmarker ist ein Messwert, der stellvertretend für das steht, was einen eigentlich interessiert — ein Laborwert statt eines Krankheitsverlaufs. Er ist leichter zu messen, aber er ist nicht dasselbe.

Ob jemand länger lebt oder seltener einen Herzinfarkt bekommt, zeigt sich erst nach Jahren und braucht sehr große Studien. Ein Cholesterinwert, eine Fettmenge im Bauchraum oder ein IGF-1-Spiegel dagegen sind in Wochen messbar. Deshalb arbeiten viele Studien mit solchen Stellvertretern.

Das ist legitim — solange man die Lücke benennt. Ein Marker bewegt sich; ob sich damit auch das bewegt, was zählt, ist eine zweite Frage, die eigene Studien braucht. Die Medizingeschichte kennt genug Fälle, in denen der Marker in die richtige Richtung ging und die Sterblichkeit trotzdem stieg.

Im BK-Score ist das der häufigste Grund für eine mittlere Human-Evidenz bei gutem Mechanismus: Der Stellvertreter ist sauber belegt, der Endpunkt dahinter nicht.

Der Marker bewegt sich, die Funktion nicht.

Wo das in den Faktenchecks vorkommt

  • Tesamorelin – Viszerales Fett und IGF-1 sind belegt gesenkt bzw. gehoben — ein Nutzen für harte Endpunkte ist damit nicht gezeigt.
  • NMN – Der NAD+-Spiegel im Blut steigt messbar; was daraus folgt, ist die offene Frage.
  • CGM (Blutzucker-Sensor) – Eine flachere Glukosekurve ist ein Messwert, kein Gesundheitsergebnis.

Verwandte Begriffe: Primärer Endpunkt · Viszerales Fett

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Reine Information, keine medizinische Beratung. Der BK-Score ist eine subjektive Einschätzung nach offengelegten Regeln – keine wissenschaftliche Bewertung. Vergaberegeln