Glossar · Methodik
Relative und absolute Wirkung
Kurz gesagt
Dieselbe Studie liefert zwei Zahlen: die relative Veränderung klingt groß, die absolute sagt, was tatsächlich passiert ist. Wer nur die relative nennt, hat die Hälfte weggelassen.
Sinkt ein Wert von 12 auf 8, sind das vier Punkte — oder ein Drittel. Beide Angaben stimmen. Die zweite klingt deutlich besser und steht deshalb in fast jeder Pressemitteilung.
Bei Risiken wird der Unterschied dramatisch. Fällt ein Risiko von zwei auf ein Prozent, ist das eine Halbierung — und ein Prozentpunkt. Von hundert Behandelten hat genau einer etwas davon. Die relative Zahl beschreibt die Wirkung korrekt, aber sie verrät nicht, wie viele Menschen sie betrifft.
Unsere Regel: Wenn eine Quelle nur die relative Zahl nennt, suchen wir die absolute. Fehlt sie, steht das in der Belegliste.
Eine Umrechnung ist kein Messwert.
Wo das in den Faktenchecks vorkommt
- Tesamorelin – Die Leberfett-Studie berichtet einen absoluten Unterschied von 4,1 Prozentpunkten — die griffigere relative Angabe verschweigt die Ausgangsgröße.
- Omega-3 – Große Studien zeigen relative Effekte, deren absolute Größe im Alltag klein ist.
- Resveratrol – Viele kleine Einzelbefunde summieren sich nicht zu einem großen.
Verwandte Begriffe: Primärer Endpunkt · Surrogatmarker
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