Biohacking Kompakt

Vergleich

Fisetin vs. Quercetin

Fisetin oder Quercetin – welches Senolytikum ist weiter?

Die kurze Antwort

Beide werden als Senolytika vermarktet, also als Mittel, die gealterte Zellen gezielt beseitigen – und bei beiden ist genau das am Menschen nicht gezeigt. Fisetin hat erste Sicherheits- und Machbarkeitsdaten sowie ein kleines Arthrose-RCT, das bislang als Konferenzbeitrag vorliegt; die Lebensspannenverlängerung ist ein Mausbefund. Quercetin hat mehr Humandaten, aber zu etwas anderem: eine Blutdrucksenkung um 4,45 mmHg ab 500 Milligramm täglich. Bezeichnend ist der regulatorische Befund – die EFSA hat genau die Claims, mit denen Quercetin beworben wird, mangels Evidenz abgelehnt. Im senolytischen Kontext ist die Kombination aus Dasatinib und Quercetin weiter als beide Einzelstoffe.

Die Zahlen nebeneinander

BK-Score im direkten Vergleich – jede Achse bewertet den Wissensstand, nicht die Substanz.
AchseFisetinQuercetinUnterschied
Human-EvidenzWie viel und wie gute Daten am Menschen 2 5 Quercetin besser untersucht
MechanismusWie gut die Wirkkette verstanden ist 4 5 Quercetin besser untersucht
Sicherheits-DatenlageWie gut die Sicherheit untersucht ist – nicht, wie sicher es ist 2 4 Quercetin besser untersucht
Hype-Abstand10 heißt: die Werbung bleibt auf Höhe der Daten 1 3 Quercetin näher an den Daten
AnwendungserfahrungWie viel dokumentierte Anwendung am Menschen vorliegt – misst nicht, ob es wirkt 4 7 Quercetin länger im Einsatz
EinordnungHype weit vor Evidenz  ·  Dünne Humanevidenz

„Anwendungserfahrung" misst, wie lange und wie breit etwas am Menschen angewendet wird – nicht, ob es wirkt. Der BK-Score ist eine subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln. Er ist keine wissenschaftliche Bewertung, kein Konsens einer Fachgesellschaft und keine medizinische Empfehlung.

Warum diese Zahlen

Fisetin

Der Abstand zwischen Maus und Mensch ist hier der ganze Befund: Die senolytische Wirkung – die gezielte Beseitigung gealterter Zellen – ist in Maus- und Zellmodellen gut dokumentiert, am Menschen wurde bislang nicht gezeigt, dass orale Gabe seneszente Zellen in relevantem Umfang reduziert. Vorliegend sind erste Sicherheits- und Machbarkeitsdaten und ein kleines RCT bei Kniearthrose (ROPE, NCT04770064), bisher als Konferenzbeitrag. Die Dosierungsschemata umfassen wenige Tage; Langzeitdaten gibt es nicht.

Vollständiger Eintrag zu Fisetin

Quercetin

Die Blutdruck-Meta-Analyse (Serban et al., J Am Heart Assoc 2016) über 7 Studien mit 587 Patienten findet eine Senkung um 4,45 mmHg systolisch – aber nur ab 500 Milligramm täglich, darunter gar nichts. Aufschlussreicher ist der regulatorische Befund: Die EFSA hat genau die Claims, mit denen Quercetin beworben wird – Immunsystem, DNA-Schutz vor oxidativem Schaden, Herz-Kreislauf – mangels Evidenz abgelehnt. Die senolytischen und antiviralen Effekte stammen bislang aus Zellkultur und Tier.

Vollständiger Eintrag zu Quercetin

Häufige Fragen

Was heisst senolytisch überhaupt?

Gealterte Zellen teilen sich nicht mehr, sterben aber auch nicht ab und geben entzündungsfördernde Stoffe ab. Senolytika sollen sie gezielt entfernen. In Mäusen funktioniert das und verlängert die Gesundheitsspanne; beim Menschen ist bislang nur in wenigen kleinen Studien gezeigt, dass sich die Last solcher Zellen überhaupt messbar verringert.

Ist Dasatinib plus Quercetin belegt?

Es ist die am weitesten fortgeschrittene senolytische Kombination – mit Studien bei diabetischer Nierenerkrankung, Lungenfibrose, Alzheimer und Knochenstoffwechsel. Alle sind klein und überwiegend auf Sicherheit und Biomarker angelegt. Dasatinib ist ein Krebsmedikament mit entsprechendem Nebenwirkungsprofil.

Warum hat Quercetin trotz Studien einen schlechten Hype-Abstand?

Weil die Studien und die Werbung von verschiedenen Dingen sprechen. Belegt ist ein Blutdruckeffekt bei hoher Dosierung. Beworben werden Immunstärkung, DNA-Schutz und Senolyse – Aussagen, die die EFSA geprüft und abgelehnt hat.

Alle 255 Bewertungen im Ranking ansehen

Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände.