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Gotu Kola (Centella asiatica)
Kräuter · Centella asiatica, Asiatischer Wassernabel, Hydrocotyle asiatica, Indian Pennywort, Mandukparni, TTFCA, Asiaticosid, Madecassosid
Gotu Kola, botanisch Centella asiatica, ist in Asien Lebensmittel, Tee und Heilpflanze zugleich. Im Westen kennt man es aus Venenmitteln, Narbencremes und Nootropika-Mischungen. Für die Venen und die Haut gibt es ordentliche Hinweise, beim Gehirn ist die Lage nüchterner, und bei der Leber lohnt ein genauer Blick.
Kurz gesagt
Gotu Kola ist ein Doldenblütler aus den Tropen Asiens, dessen Triterpene wie Asiaticosid und Madecassosid die Bildung von Kollagen und die feinen Blutgefäße beeinflussen sollen. In 8 kleinen Studien besserte eine gereinigte Triterpenfraktion die Durchblutungswerte und die Knöchelschwellung bei Venenschwäche, äußerlich angewendet glättete es in 5 Studien Falten, und in einer neuen Studie mit 112 Frauen sank die Faltentiefe auch bei Einnahme als Kapsel. Für Gedächtnis und Konzentration fand eine Meta-Analyse dagegen keinen Unterschied zu Placebo. Der Haken: Es gibt seltene Fallberichte von Leberentzündungen, und die europäische Arzneimittelbehörde hat die innere Anwendung deshalb nicht in ihre Monografie aufgenommen. Das Kraut ist in Deutschland als Nahrungsergänzung verkehrsfähig.
Was es ist
Gotu Kola, auf Deutsch Asiatischer Wassernabel, wächst als kriechende Pflanze in feuchten Gebieten Süd- und Südostasiens. Verwendet werden Stängel, Blätter und Blüten, im Handel als Tee, Pulver oder Extrakt in Kapseln. In Ayurveda und chinesischer Medizin hat die Pflanze eine lange Tradition. Vorsicht beim Namen: Gotu Kola wird manchmal auch Brahmi genannt, so wie das ganz andere Kraut Bacopa monnieri. Das Europäische Arzneibuch enthält eine eigene Prüfung auf Verfälschung mit Bacopa.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Triterpene: die Saponine Asiaticosid und Madecassosid und ihre Grundgerüste Asiatsäure und Madecassäure. Die Venenstudien nutzten nicht das Kraut selbst, sondern eine daraus gereinigte Triterpenfraktion, abgekürzt TTFCA. In Kosmetik stecken teils einzelne Saponine wie Asiaticosid. Kraut, Extrakt und Reinfraktion sind deshalb nicht dasselbe, auch wenn auf allen Gotu Kola steht.
Wie es wirken soll
In Zell- und Tierversuchen regen die Triterpene Fibroblasten an, mehr Kollagen I zu bilden, und fördern Wachstumsfaktoren für neue Blutgefäße. Gleichzeitig dämpfen sie Entzündungsbotenstoffe wie Interleukin-6 und TNF-alpha. Daraus leitet sich der Ruf als Wund-, Narben- und Hautpflanze ab. Für die Venen zählt vor allem die Wirkung auf die kleinsten Gefäße: In Studien sank die Rate, mit der Flüssigkeit ins Gewebe der Knöchel austritt, und die Sauerstoffversorgung der Haut besserte sich.
Am Menschen ist zumindest die Aufnahme belegt. In einer kleinen Phase-1-Studie mit 4 älteren Menschen tauchten nach einem Wasserextrakt Asiatsäure und Madecassäure im Blut auf, die ursprünglichen Saponine dagegen nicht. Parallel veränderte sich in Blutzellen die Aktivität von NRF2, einem Schalter für körpereigene Schutzenzyme. Ob das im Alltag etwas bewirkt, ist offen.
Kraut, Extrakt oder Reinfraktion
Die Studien verwendeten sehr verschiedene Zubereitungen. In den Venenstudien waren es 30 bis 120 mg TTFCA pro Einzeldosis, ein- bis dreimal täglich über 4 bis 8 Wochen. In der Hautstudie von 2026 nahmen Frauen 200 mg eines standardisierten Extrakts, in einer Diabetesstudie gab es 1.200 mg Extrakt täglich, und in einer Studie zur Angst schluckten Gesunde einmalig 12 g Pulver. Die europäische Bewertung nennt für die Studien insgesamt Tagesmengen von 40 mg bis 12 g.
Für dich heißt das: Ergebnisse aus einer Studie gelten zunächst für genau diese Zubereitung. Ein Tee oder ein ungeprüftes Pulver ist nicht automatisch mit einer gereinigten Triterpenfraktion vergleichbar.
Was gut belegt ist
Am stärksten ist die Datenlage bei Venenschwäche. Eine systematische Übersicht fand 8 randomisierte Studien mit der gereinigten Triterpenfraktion, und zusammengefasst verbesserten sich der Sauerstoff- und CO2-Druck in der Haut, die Knöchelschwellung und die Reaktion der kleinen Gefäße. Drei Studien ohne genaue Zahlen berichteten weniger Schweregefühl, Schmerzen und Ödeme in den Beinen. In Portugal ist ein Präparat mit Asiatsäure seit 1989 als Arzneimittel gegen venöse Insuffizienz zugelassen.
Auch für die Haut gibt es brauchbare Hinweise. Fünf doppelblinde Studien mit 172 Frauen zeigten bei äußerlicher Anwendung weniger Falten an Augen und Lippen und mehr Hautfeuchtigkeit. Eine aktuelle Studie mit 112 Frauen fand auch nach 12 Wochen Einnahme von 200 mg Extrakt eine um 11,1 Prozent geringere mittlere Faltentiefe, deutlich mehr als unter Placebo. Bei Wachheit und Stimmung zeigt eine Meta-Analyse kleine positive Effekte.
Was die Studien zeigen
Venenschwäche, Übersicht 2013
Die systematische Übersicht fasste 8 Studien aus den Jahren 1981 bis 2001 zusammen, mit jeweils 17 bis 99 Teilnehmenden und 4 bis 8 Wochen Dauer, fast alle gegen Placebo. Die Durchblutungswerte der Haut und die Knöchelschwellung besserten sich unter der Triterpenfraktion signifikant. Die Autoren mahnen zur Vorsicht, weil die meisten Studien schlecht berichtet waren und ihr Verzerrungsrisiko unklar blieb. Vier der acht Studien erschienen 2001 im selben Ergänzungsheft der Zeitschrift Angiology und stammen aus derselben Arbeitsgruppe.
Faltentiefe nach Einnahme, 2026
112 koreanische Frauen mittleren Alters nahmen 12 Wochen lang täglich 200 mg eines standardisierten Extrakts oder Placebo, doppelblind. Die mittlere Faltentiefe um die Augen sank um 11,1 Prozent, die Tiefe der größten Falte um 14,4 Prozent, beides stärker als unter Placebo. Bei der maximalen Faltentiefe war der Unterschied zu Placebo nicht signifikant. Feuchtigkeit und Elastizität stiegen nur um 2,7 und 0,7 Prozent, was die Autoren selbst als bescheiden einordnen. Die Studie hatte keine externe Finanzierung.
Gehirn und Stimmung, Meta-Analyse 2017
Eine Meta-Analyse wertete 5 Studien mit Gotu Kola allein und 6 mit Kombinationsprodukten aus. In keinem Bereich der geistigen Leistung, weder Gedächtnis noch Aufmerksamkeit oder Verarbeitungsgeschwindigkeit, gab es einen Unterschied zu Placebo. Selbst bewertete Wachheit stieg leicht, Ärger eine Stunde nach der Einnahme sank. Die positiven Einzelbefunde stammen vor allem aus einer Studie mit 28 älteren Menschen, verteilt auf vier Gruppen.
Blutzucker bei Typ-2-Diabetes, 2025
70 Menschen mit Typ-2-Diabetes nahmen 6 Monate lang täglich 1.200 mg Extrakt oder Placebo, die Studie war vorab registriert. In der festgelegten Auswertung unterschieden sich Langzeitzucker, Nüchternzucker und LDL-Cholesterin nicht zwischen den Gruppen. Das Präparat war gut verträglich, 5 von 34 Teilnehmenden hatten leichte, vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden.
Schreckreaktion, 2000
40 Gesunde bekamen einmalig 12 g Gotu Kola oder Placebo. Eine halbe und eine Stunde danach war der Schreckreflex auf ein lautes Geräusch unter Gotu Kola deutlich gedämpft, ein möglicher Hinweis auf eine angstlösende Wirkung. Stimmung, Puls und Blutdruck änderten sich nicht. Ob das bei Angststörungen hilft, wurde nicht untersucht.
Wo die Daten aufhören
Die Venenstudien messen vor allem Durchblutungswerte, also Zwischenwerte, sind klein und stammen aus den Jahren 1981 bis 2001. Neuere unabhängige Studien haben wir nicht gefunden. Die europäische Arzneimittelbehörde hält die Studien zu Wunden, Hautalterung, Angst und geistiger Leistung methodisch für nicht ausreichend, um eine gesicherte Anwendung anzuerkennen.
Beim Gehirn spricht die beste verfügbare Auswertung gegen einen messbaren Effekt auf Gedächtnis und Konzentration. Bei älteren Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung brachte Gotu Kola zusätzlich zu einem Trainingsprogramm keinen weiteren Nutzen für die geistige Leistung. Für den Blutzucker fand die längste und am besten geplante Studie keinen Effekt. Bei der Haut gibt es für die Einnahme bisher nur eine einzige kontrollierte Studie. Und weil Kraut, Extrakt und Reinfraktion so verschieden sind, lässt sich kaum sagen, welches Produkt welche Wirkung hat.
Status, Zulassung und Recht
Stängel, Blätter und Blüten von Centella asiatica gelten laut EU-Katalog für neuartige Lebensmittel als nicht neuartig, Mitgliedstaaten melden die Verwendung als Aufguss und in Nahrungsergänzungsmitteln. Das Kraut ist in Deutschland damit als Lebensmittel verkehrsfähig. Die Stoffliste von Bund und Ländern führt es zugleich als Arzneistoff in Liste B: Ab einer pharmakologisch wirksamen Menge gilt ein Produkt als Arzneimittel. Ein auf 40 Prozent Triterpene standardisierter Extrakt ist dagegen ein nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Die EU-Monografie von 2022 erkennt nur die äußerliche Anwendung zur Heilung kleiner Wunden als traditionelles Arzneimittel an. Gesundheitsangaben zu Venen, Gehirn, Herz, Verdauung und Wundheilung liegen bei der EFSA auf Eis, Werbung damit ist nicht erlaubt. Eine Dopingrelevanz besteht nicht.
Sicherheit
In den Studien war Gotu Kola meist gut verträglich, am häufigsten waren Übelkeit und Magenbeschwerden, in einer Diabetesstudie bei 14,7 Prozent der Teilnehmenden. Schwerer wiegen seltene Leberschäden: Eine Fallserie von 2005 beschreibt 3 Frauen mit Leberentzündung nach 20 bis 60 Tagen Einnahme, bei einer kehrte der Schaden nach erneuter Einnahme zurück. In Lateinamerika gehört Gotu Kola zu den am häufigsten genannten pflanzlichen Auslösern, oft bei Abnehmprodukten. Die europäische Arzneimittelbehörde hat die Einnahme wegen Bedenken zu Leber und Fruchtbarkeit nicht in ihre Monografie aufgenommen, in Rattenversuchen schädigten hohe Dosen Leber und Fruchtbarkeit. Bei Lebererkrankungen, Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Allergie gegen Doldenblütler solltest du Gotu Kola meiden. Mit beruhigenden Medikamenten ist Vorsicht geboten. Bei dunklem Urin, Gelbfärbung der Augen oder Oberbauchschmerzen sofort absetzen und ärztlich abklären lassen. Amtliche Höchstmengen gibt es nicht.
BK-Score Dünne Humanevidenz
| Human-Evidenz | 5 | |
|---|---|---|
| Mechanismus | 5 | |
| Sicherheits-Datenlage | 5 | |
| Hype-Abstand | 4 | |
| Anwendungserfahrung | 7 |
Evidenz 5, weil es zwar mehrere RCTs gibt, diese aber klein sind und meist Surrogatwerte messen: 8 Venenstudien mit der Triterpenfraktion verbesserten Mikrozirkulation und Knöchelschwellung, sind aber alt, schlecht berichtet und zu 4 von 8 aus derselben Arbeitsgruppe (Chong 2013); für die Haut gibt es 5 kleine Studien zur äußerlichen Anwendung (Kongkaew 2020) und eine RCT mit 112 Frauen zur Einnahme (Hur 2026, mittlere Faltentiefe −11,1 %). Mechanismus 5, weil Kollagen- und Gefäßeffekte aus Zell- und Tierversuchen stammen, am Menschen aber immerhin die Aufnahme der Aglykone und eine Veränderung der NRF2-Expression gezeigt sind (Wright 2022, 4 Personen). Sicherheit 5, weil kontrollierte Daten meist nur Wochen umfassen, mit einzelnen Studien über 6 Monate und 52 Wochen ohne Lebersignal (Tawanwongsri 2025; Lou 2018), während Fallberichte von Leberentzündungen (Jorge 2005) und Rattendaten die EMA veranlassten, die innere Anwendung nicht in ihre Monografie aufzunehmen. Hype 4, weil Gotu Kola vor allem als Gehirn- und Gedächtnispflanze beworben wird, die Meta-Analyse dazu aber keinen Effekt fand (Puttarak 2017), während Venen- und Hautwirkung eher zurückhaltend vermarktet werden. Anwendung 7, weil die Pflanze in Asien seit langem als Lebensmittel und Heilmittel genutzt wird und in Portugal und Frankreich als Arzneimittel zugelassen wurde. Richtung gemischt, weil Venen- und Hautdaten günstig sind, Kognition und Blutzucker in kontrollierten Studien aber nicht ansprachen (Tawanwongsri 2025).
Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen
Häufige Fragen zu Gotu Kola (Centella asiatica)
Was ist Gotu Kola?
Gotu Kola ist die Heilpflanze Centella asiatica, auf Deutsch Asiatischer Wassernabel. Sie stammt aus Süd- und Südostasien und wird als Tee, Pulver, Kapsel und in Kosmetik verwendet. Wirksam sollen vor allem ihre Triterpene sein, etwa Asiaticosid und Madecassosid.
Hilft Gotu Kola bei Krampfadern und schweren Beinen?
Kleine Studien mit einer gereinigten Triterpenfraktion zeigen bessere Durchblutungswerte und weniger Knöchelschwellung bei Venenschwäche. Die Studien sind alt und methodisch schwach, harte Endpunkte wie Geschwüre fehlen. Bei Beinbeschwerden gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.
Verbessert Gotu Kola das Gedächtnis?
Die beste Auswertung von 2017 fand keinen Unterschied zu Placebo bei Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Verarbeitungsgeschwindigkeit. Leicht verbessert waren nur selbst bewertete Wachheit und Stimmung. Als Gehirnbooster ist die Pflanze damit nicht belegt.
Wirkt Gotu Kola gegen Falten?
Äußerlich angewendet glätteten Cremes mit Gotu Kola in mehreren kleinen Studien Falten an Augen und Lippen. In einer Studie mit 112 Frauen sank auch nach 12 Wochen Einnahme die mittlere Faltentiefe um 11,1 Prozent. Feuchtigkeit und Elastizität verbesserten sich nur wenig.
Ist Gotu Kola schädlich für die Leber?
Leberschäden sind selten, aber in Fallberichten gut beschrieben, teils mit Rückfall bei erneuter Einnahme. In kontrollierten Studien wurden keine Leberschäden gesehen. Wer eine Lebererkrankung hat oder andere leberbelastende Mittel nimmt, sollte auf Gotu Kola verzichten.
Ist Gotu Kola dasselbe wie Brahmi?
Nicht unbedingt. Brahmi bezeichnet meist Bacopa monnieri, manchmal aber auch Gotu Kola. Achte deshalb auf den botanischen Namen Centella asiatica auf der Packung.
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Quellen
- Chong & Aziz, Evid Based Complement Alternat Med 2013
- Puttarak et al., Sci Rep 2017
- Hur et al., Nutrients 2026
- Kongkaew et al., J Cosmet Sci 2020
- Tawanwongsri et al., Front Pharmacol 2025
- Bradwejn et al., J Clin Psychopharmacol 2000
- Jorge & Jorge, Rev Esp Enferm Dig 2005
- EMA, Bewertungsbericht Centella asiatica herba 2022
- LiverTox, Centella asiatica
- EU-Kommission, Novel-Food-Katalog: Centella asiatica
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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-10-01.