Biohacking Kompakt

Podcast-Folge 95

HCG – eine seit 31 Jahren beantwortete Frage

3. Oktober 2026

Eine Auswertung von 1995 hat die Frage beantwortet, ob HCG beim Abnehmen etwas tut. Die Antwort lautet Nein, sie ist 31 Jahre alt, und das Geschäft läuft trotzdem weiter. Diese Folge erklärt, warum das funktioniert.

Worum es geht

HCG ist ein echtes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel: In der Kinderwunschbehandlung löst es den Eisprung aus, bei bestimmten Formen des Testosteronmangels bringt es die eigene Produktion in Gang. Mitte der 1950er Jahre machte ein Arzt in Rom daraus eine Abnehmkur — eine tägliche Spritze plus eine Diät mit 500 Kilokalorien, etwa ein Viertel des Bedarfs. Die Folge trennt die beiden Hälften dieser Kur sauber voneinander: Die eine ist teuer und unwirksam, die andere ist gratis und riskant. Dazu kommt, warum Tropfen ohne Rezept pharmakologisch gar nicht ankommen können, und warum eine hohe Evidenzzahl hier ausnahmsweise die schlechtere Nachricht ist.

Die Kernaussagen

  • Eine Auswertung von 1995 fasste 24 Studien zusammen, davon 14 randomisierte mit zusammen 605 Teilnehmern.
  • In 12 der 14 randomisierten Studien war der Gewichtsverlust unter HCG nicht größer als unter Placebo oder unter der Diät allein.
  • Die Kur kombiniert die Spritze mit 500 Kilokalorien pro Tag, rund einem Viertel des Bedarfs — das ist der Teil, der zuverlässig 2 Kilo pro Woche bringt.
  • Der Ursprung ist eine Beobachtung aus den 1950er Jahren ohne Kontrollgruppe, ohne Messung und ohne zweite Beobachterin: eine Anekdote, die 80 Jahre überlebt hat.
  • Die Human-Evidenz steht bei 8, weil die 14 randomisierten Studien mitzählen. Sie sind Evidenz, sie sagen nur Nein.
  • Tropfen ohne Rezept scheitern an der Biochemie: HCG ist ein großes Eiweißmolekül und wird geschluckt verdaut, viele Präparate sind zusätzlich homöopathisch verdünnt — übrig bleibt die 500-Kalorien-Diät.

Wo die Daten aufhören

Hier hört nicht die Datenlage auf — hier stimmt die Zuschreibung nicht. Der Schlusssatz der Auswertung von 1995 ist eindeutig: kein wissenschaftlicher Beleg dafür, dass HCG Gewichtsverlust verursacht, Fett umverteilt, den Hunger fernhält oder ein Wohlgefühl erzeugt. Eine solche Klarheit gibt es in dieser Reihe selten.

Offen ist etwas anderes: Der Einsatz von HCG, um unter einer Testosterontherapie die eigene Produktion aufrechtzuerhalten, ist pharmakologisch nachvollziehbar und wird meist außerhalb der Zulassung verordnet. Das ist derselbe Wirkstoff für eine andere Frage und kein Argument für die Diät. Zur Sicherheit gehören beide Hälften: Eine Zufuhr von 500 Kilokalorien über Wochen ist Mangelernährung, mit Muskelabbau, Gallensteinen und Störungen im Elektrolythaushalt bis hin zu Herzrhythmusstörungen — die amerikanische Arzneimittelbehörde hat ausdrücklich gewarnt, dass das tödlich enden kann. Und das Hormon selbst hat Nebenwirkungen, die es in ärztliche Hand gehören lassen.

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Veröffentlicht am 3. Oktober 2026.

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  • Der bewährte Klassiker zum Hodenerhalt: hCG ahmt LH nach und regt die Hoden direkt zur Testosteron- und Spermienproduktion an – beim FruchtbarkeitserhhCG (humanes Choriongonadotropin)

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-09-19.