Peptid & Experimentelles
ACE-031 (Ramatercept)
Löslicher Köderrezeptor: Fusionsprotein aus Activin-Rezeptor IIB und IgG1-Fc, nicht zugelassen · Ramatercept, ACVR2B-Fc, löslicher Activin-Rezeptor IIB, Köderrezeptor
ACE-031, mit Freinamen Ramatercept, ist der Versuch, die Muskelbremse mit einem Köderrezeptor abzufangen. Er hat funktioniert: In Maus, Affe und Mensch stieg die fettfreie Masse. Gestoppt hat ihn etwas anderes – Nasenbluten und erweiterte Hautgefäße.
Kurz gesagt
ACE-031 ist ein Fusionsprotein aus einem Stück des Activin-Rezeptors Typ IIB und dem Fc-Teil von menschlichem IgG1. Es fängt Myostatin und verwandte Faktoren ab, bevor sie den echten Rezeptor erreichen. Am Menschen ist der Massenaufbau in zwei kontrollierten Studien belegt: plus 3,3 Prozent fettfreie Masse nach einer Einzeldosis bei 48 gesunden Frauen, plus 3,6 und 4,1 Prozent bei Jungen mit Duchenne-Muskeldystrophie. Die Kraft folgte nicht, und die Duchenne-Studie wurde abgebrochen: Nasenbluten bei 5 von 9 und Teleangiektasien bei 5 von 9 Jungen im höheren Dosisschema, unter Placebo bei keinem von 6. Das Programm endete am 2. Mai 2013.
Was es ist
ACE-031 ist kein Peptid aus dem Chemielabor, sondern ein biotechnologisch hergestelltes Protein: ein dimeres Fusionsprotein aus einem Fragment des menschlichen Activin-Rezeptors Typ IIB und dem Fc-Teil von menschlichem IgG1, der es lange im Blut hält. Entwickelt wurde es von Acceleron Pharma, zeitweise mit Shire, unter dem Freinamen Ramatercept.
Drei Ansätze zielen auf denselben Signalweg, und man sollte sie auseinanderhalten. Follistatin ist ein körpereigenes Protein, das Myostatin bindet; Bimagrumab ein Antikörper, der sich an den Rezeptor setzt; ACE-031 ein löslicher Nachbau des Rezeptors, der die Botenstoffe abfängt, bevor sie an der Muskelzelle ankommen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur listet alle drei getrennt auf.
Wie es wirken soll
Myostatin, fachlich GDF-8, ist die körpereigene Bremse des Muskelwachstums: Es bindet am Activin-Rezeptor Typ IIB und begrenzt über dieses Signal den Muskelaufbau. Tiere ohne funktionierendes Myostatin sind auffällig muskulös — der Ausgangspunkt der ganzen Wirkstoffklasse.
ACE-031 setzt nicht am Rezeptor der Zelle an, sondern davor. Als löslicher Nachbau bindet es Myostatin und weitere Liganden derselben Familie, darunter Activin A, und hält sie vom eigentlichen Rezeptor fern. Der Vorteil dieser Breite: Sie wirkt stärker als die Blockade von Myostatin allein. Der Nachteil ist derselbe Satz von hinten gelesen — der Köder fängt auch ab, was er nicht abfangen soll.
Genau daran ist das Programm gescheitert. Die Gefäßnebenwirkungen werden auf die Mitblockade von BMP9 und BMP10 zurückgeführt, zwei Faktoren, die für die Stabilität kleiner Blutgefäße und die Funktion der Gefäßinnenhaut wichtig sind.
Was am Menschen gemessen wurde
Die Phase 1 lief an 48 gesunden Frauen nach der Menopause, doppelblind und placebokontrolliert, mit einer einzigen Dosis zwischen 0,02 und 3 mg/kg unter die Haut. Die Halbwertszeit lag bei 10 bis 15 Tagen. In der höchsten Dosisgruppe nahm die fettfreie Gesamtmasse an Tag 29 um 3,3 Prozent zu (DXA) und das Oberschenkelmuskelvolumen um 5,1 Prozent (MRT), beides statistisch signifikant.
Die Phase 2 lief bei gehfähigen Jungen mit Duchenne-Muskeldystrophie: 24 Teilnehmer, 18 unter ACE-031 alle zwei bis vier Wochen unter die Haut, 6 unter Placebo, 12 Wochen Behandlung, primärer Endpunkt Sicherheit. Auch hier stieg die fettfreie Masse, um 3,6 und 4,1 Prozent gegen 2,6 Prozent unter Placebo, und die Knochendichte der Lendenwirbelsäule nahm im höheren Schema um 4,4 Prozent zu.
Was nicht stieg, war die Kraft. Die Handmyometrie blieb in allen Gruppen praktisch unverändert; bei der Kniestreckung standen minus 3,6 und minus 3,3 Prozent gegen minus 3,7 Prozent unter Placebo. Im 6-Minuten-Gehtest sah es für die behandelten Jungen ab 10 Jahren besser aus — plus 4,5 und minus 3,2 Meter gegen minus 47,6 Meter unter Placebo —, aber die Streuung war groß und der Unterschied nicht signifikant.
Der Abbruch
Nach dem zweiten Dosierungsschema wurde die Studie beendet. Im höheren Schema hatten 5 von 9 Jungen Nasenbluten und 5 von 9 Teleangiektasien, also kleine erweiterte Gefäße in der Haut; im niedrigeren Schema trat Nasenbluten bei 1 von 9 auf, unter Placebo keines von beidem bei 6 Teilnehmern. Schwere Ereignisse gab es nicht. Die Verlängerungsstudie mit 11 Teilnehmern wurde aus demselben Grund gestoppt.
Die klinische Entwicklung wurde im Februar 2011 ausgesetzt. Am 2. Mai 2013 beendeten Acceleron und Shire ihre Zusammenarbeit zu ACE-031 mit der Feststellung, die Entwicklung dieses Programms nicht wieder aufzunehmen. Seither sind keine neuen Humandaten erschienen.
Was im Tier passiert ist
Acht Wochen alte Mäuse wogen nach 28 Tagen ACE-031 im Mittel 16 Prozent mehr als Kontrolltiere; die Muskelfeuchtgewichte stiegen im Soleus um 33 Prozent, im Plantaris um 44 Prozent und im Gastrocnemius um 46 Prozent, die Faserquerschnittsfläche im Plantaris um 57 Prozent — in beiden Fasertypen, anders als bei reiner Myostatin-Hemmung. 2026 folgte eine Arbeit an Weißbüschelaffen: 14 Wochen ACE-031, danach mehr fettfreie Masse als zu Beginn und am isolierten Muskel mehr Kraft.
Was auf dem Graumarkt verkauft wird
Ein eigener Befund, und ein deutlicher. 14 gehandelte Schwarzmarktprodukte wurden im Labor untersucht. Nur 12 enthielten überhaupt ein Protein, das auf den Activin-Rezeptor ansprach — und diese 12 enthielten nicht ACE-031, sondern den vollständigen menschlichen Activin-Rezeptor IIB ohne den Fc-Anteil, bestätigt mit einer Protease, die Fc-Fusionsproteine schneidet und hier nichts zu schneiden fand.
Was als ACE-031 gehandelt wird, ist nach dieser Analyse ein anderes Molekül. Die Studienzahlen dieser Seite gelten dafür nicht.
Was gut belegt ist
Belastbar ist der Massenaufbau am Menschen, in zwei unabhängigen kontrollierten Studien mit DXA und MRT gemessen: plus 3,3 Prozent fettfreie Masse und plus 5,1 Prozent Oberschenkelmuskelvolumen nach einer Einzeldosis bei 48 gesunden Frauen, plus 3,6 und 4,1 Prozent fettfreie Masse bei Jungen mit Duchenne-Muskeldystrophie gegen 2,6 Prozent unter Placebo. Belastbar ist auch die dosislimitierende Toxizität: Nasenbluten und Teleangiektasien bei jeweils 5 von 9 Jungen im höheren Schema, unter Placebo bei keinem von 6.
Was die Studien zeigen
Attie et al., Muscle Nerve 2013 — Phase 1 an 48 Frauen
Doppelblinde, placebokontrollierte Einzeldosis-Eskalation, 48 gesunde Frauen nach der Menopause, Randomisierung 3:1 auf ACE-031 (0,02 bis 3 mg/kg subkutan) oder Placebo. Halbwertszeit 10 bis 15 Tage. In der Gruppe mit 3 mg/kg an Tag 29 fettfreie Masse plus 3,3 Prozent (DXA) und Oberschenkelmuskelvolumen plus 5,1 Prozent (MRT). Keine Funktionsmessung.
Campbell et al., Muscle Nerve 2017 — Phase 2 bei Duchenne
24 gehfähige Jungen, 18 unter ACE-031 subkutan alle zwei bis vier Wochen, 6 unter Placebo, 12 Wochen. Primärer Endpunkt Sicherheit — und er entschied die Studie: Abbruch nach dem zweiten Dosierungsschema wegen Nasenbluten und Teleangiektasien. Sekundär fettfreie Masse plus 3,6 und 4,1 Prozent gegen 2,6 Prozent, Knochendichte plus 4,4 Prozent; Muskelkraft unverändert.
Cadena et al., J Appl Physiol 2010 — das Mausmodell
Acht Wochen alte C57BL/6-Mäuse, 28 Tage ACE-031 oder Trägerlösung. Körpergewicht 16 Prozent über der Kontrolle, Muskelfeuchtgewichte plus 26 bis 46 Prozent, Faserquerschnittsfläche im Soleus plus 22 Prozent (Typ I) und 28 Prozent (Typ II) bei unveränderter Faserverteilung.
Reichel et al., Drug Test Anal 2025 — was gehandelt wird
Laboranalyse von 14 Schwarzmarktprodukten. Nur 12 enthielten ein Protein, das auf den Activin-Rezeptor ansprach, und diese 12 enthielten den vollständigen Activin-Rezeptor IIB statt ACE-031. Hauptkomponente etwa 58,4 kDa, daneben viele weitere Proteine.
Wo die Daten aufhören
Funktionsgewinn ist nicht belegt. Die Muskelkraft per Handmyometrie änderte sich in der Duchenne-Studie in keiner Gruppe nennenswert, und der 6-Minuten-Gehtest erreichte keine Signifikanz, bei Streuungen größer als die Unterschiede. Mehr Masse war hier nicht mehr Leistung — derselbe Befund, der auch andere Stoffe dieser Klasse ausgebremst hat.
Die Humanbasis ist klein und kurz: eine Einzeldosis bei 48 Frauen, eine nicht veröffentlichte Mehrfachdosis-Studie an 70 Frauen und 12 Behandlungswochen bei 24 Jungen. Studien an gesunden trainierenden Erwachsenen gibt es nicht, Daten über ein Jahr hinaus auch nicht. Die Erklärung der Nebenwirkungen über BMP9 und BMP10 ist eine Zuschreibung aus der Gefäßbiologie, keine Messung in den Studienteilnehmern. Und das Programm ist seit 2013 beendet.
Status, Zulassung und Recht
ACE-031 ist in Deutschland, der EU und den USA kein zugelassenes Arzneimittel; die klinische Entwicklung wurde 2011 ausgesetzt und am 2. Mai 2013 beendet, beide Duchenne-Studien sind im Register als abgebrochen geführt. Zugelassen ist ein verwandter Stoff derselben Bauart für eine andere Indikation: Luspatercept, seit dem 25. Juni 2020 in der EU gegen Anämie bei myelodysplastischen Syndromen und Beta-Thalassämie. Im Sport ist ACE-031 jederzeit verboten — die WADA-Verbotsliste 2026 nennt es in Abschnitt S4.3 ausdrücklich als Beispiel für Köderrezeptoren, und die Klasse S4.3 ist nicht-spezifiziert, gilt also in und außerhalb des Wettkampfs. In der deutschen Anlage zu Paragraf 2 Absatz 3 des Anti-Doping-Gesetzes ist ACE-031 nicht namentlich genannt; dort stehen unter den myostatinfunktionsverändernden Stoffen nur Follistatin und seine Derivate sowie Stamulumab.
Sicherheit
Das Sicherheitsprofil ist der Grund, warum es diesen Stoff nicht gibt. Dosislimitierend sind Gefäßnebenwirkungen: Nasenbluten, Zahnfleischbluten und Teleangiektasien, in der Duchenne-Studie im höheren Dosisschema jeweils bei 5 von 9 Jungen, unter Placebo bei keinem von 6. Sie führten zum Abbruch beider Studien, auch wenn keine als schwer eingestuft wurde. Häufig waren außerdem Erythem an der Einstichstelle (6 von 9 im höheren Schema, 3 von 6 unter Placebo) und Kopfschmerzen (3 von 9). Die Halbwertszeit von 10 bis 15 Tagen bedeutet, dass eine unerwünschte Wirkung sich nicht schnell abstellen lässt; als Fusionsprotein ist der Stoff zudem potenziell immunogen, Wechselwirkungen sind nie untersucht worden. Für Menschen mit Gefäßerkrankungen oder Blutungsneigung, in Schwangerschaft und Stillzeit und für Kinder und Jugendliche außerhalb von Studien kommt er nicht in Betracht, für getestete Sportler bedeutet er eine Sperre.
BK-Score Dünne Humanevidenz
| Human-Evidenz | 5 | |
|---|---|---|
| Mechanismus | 7 | |
| Sicherheits-Datenlage | 4 | |
| Hype-Abstand | 2 | |
| Anwendungserfahrung | 3 |
Evidenz 5, weil zwei kontrollierte Humanstudien vorliegen, aber klein und nur mit Surrogatmarkern: 48 gesunde Frauen mit einer Einzeldosis (fettfreie Masse plus 3,3 Prozent, Oberschenkelmuskelvolumen plus 5,1 Prozent, je P = 0,03; Attie et al. 2013) und 24 Jungen mit Duchenne-Muskeldystrophie über 12 Wochen (fettfreie Masse plus 3,6 und 4,1 Prozent gegen 2,6 Prozent unter Placebo), wobei die Studie vorzeitig abgebrochen wurde und die funktionellen Endpunkte nichts zeigten – Handmyometrie unverändert, 6-Minuten-Gehtest nicht signifikant. Mechanismus 7, weil die Zielstruktur am Menschen bestätigt ist: Der Köderrezeptor bindet Myostatin und Activin A, der Massen- und Knochendichteeffekt ist am Menschen gemessen, und selbst die Nebenwirkungen passen zur Wirkkette, nämlich zur Mitblockade von BMP9 und BMP10 – quantifiziert ist diese Zuordnung am Menschen allerdings nicht. Sicherheit 4, weil kontrollierte Kurzzeitdaten über 12 Wochen mit 18 behandelten Jungen und Einzeldosisdaten an 48 Frauen vorliegen und die dosislimitierende Toxizität klar benannt ist – Epistaxis 5 von 9 und Teleangiektasien 5 von 9 im höheren Schema gegen 0 von 6 unter Placebo –, aber keine Langzeit- oder Pharmakovigilanzdaten existieren. Hype 2, weil die Vermarktung im Graumarkt die Tierzahlen (plus 16 Prozent Körpergewicht, plus 46 Prozent Muskelgewicht) und die Humanmassenzuwächse weiterreicht, ohne den Grund für das Programmende zu nennen, und weil nach der einzigen Laboranalyse in 12 von 14 Produkten gar kein ACE-031 war. Anwendung 3, weil die Substanz außerhalb von Studien nur in einer kleinen Graumarktnische vorkommt und seit dem 02.05.2013 nicht weiterentwickelt wird. Richtung gemischt: Der Massenaufbau ist belegt, ein Funktionsgewinn nicht, und die Gefäßnebenwirkungen haben das Programm beendet. Abgrenzung zum Bestand: Der Eintrag follistatin führt ACE-031 bisher nur als Synonym und nennt den Abbruch korrekt, aber Follistatin (myostatinbindendes Protein), Bimagrumab (Rezeptor-Antikörper) und ACE-031 (löslicher Köderrezeptor) sind drei verschiedene Wirkprinzipien, die auch die WADA in S4.3 getrennt aufführt.
Bewertet wird der Wissensstand, nicht die Substanz. „Sicherheits-Datenlage 9“ heißt: gut untersucht – nicht: harmlos.
Subjektive Einschätzung von Biohacking Kompakt auf Basis offengelegter Vergaberegeln – keine wissenschaftliche Bewertung und keine medizinische Empfehlung. Regeln und alle Bewertungen
Häufige Fragen zu ACE-031 (Ramatercept)
Was ist der Unterschied zwischen ACE-031, Follistatin und Bimagrumab?
Alle drei greifen in denselben Signalweg ein, aber an verschiedenen Stellen. Follistatin ist ein körpereigenes Protein, das Myostatin bindet. Bimagrumab ist ein Antikörper gegen den Activin-Rezeptor IIB. ACE-031 ist ein löslicher Nachbau dieses Rezeptors, der die Botenstoffe abfängt, bevor sie die Muskelzelle erreichen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur führt die drei Prinzipien getrennt auf.
Wirkt ACE-031 am Menschen?
Für den Massenaufbau ja, für die Kraft nicht belegt. Bei 48 gesunden Frauen stieg die fettfreie Masse nach einer Einzeldosis um 3,3 Prozent und das Oberschenkelmuskelvolumen um 5,1 Prozent; bei Jungen mit Duchenne-Muskeldystrophie stieg die fettfreie Masse um 3,6 und 4,1 Prozent gegen 2,6 Prozent unter Placebo. Die Handmyometrie blieb in allen Gruppen praktisch unverändert.
Warum wurde die Duchenne-Studie abgebrochen?
Wegen Nasenbluten und Teleangiektasien, also kleinen erweiterten Gefäßen in der Haut. Im höheren Dosisschema traten sie bei jeweils 5 von 9 Jungen auf, unter Placebo bei keinem von 6. Schwere Ereignisse gab es nicht, aber der Abbruch erfolgte nach dem zweiten Dosierungsschema, und die Verlängerungsstudie mit 11 Teilnehmern wurde ebenfalls gestoppt.
Woher kommen die Nasenbluten?
Der Köderrezeptor fängt nicht nur Myostatin und Activin A ab, sondern auch BMP9 und BMP10. Diese beiden Faktoren sind für die Stabilität kleiner Blutgefäße und die Funktion der Gefäßinnenhaut wichtig. Nasenbluten und erweiterte Hautgefäße passen zu einer gestörten BMP9-Signalgebung. Das ist eine gut begründete Zuschreibung aus der Gefäßbiologie, keine Messung an den Studienteilnehmern.
Gibt es ein zugelassenes Medikament dieser Bauart?
Ja, aber für etwas anderes. Luspatercept besteht aus einer modifizierten Form derselben Rezeptordomäne und einem IgG1-Fc-Teil und hat am 25. Juni 2020 die EU-Zulassung erhalten — gegen Anämie bei myelodysplastischen Syndromen und bei Beta-Thalassämie. Für Muskelaufbau ist kein Stoff dieser Klasse zugelassen.
Ist das, was als ACE-031 verkauft wird, überhaupt ACE-031?
Nach der einzigen vorliegenden Laboranalyse nicht. Von 14 geprüften Schwarzmarktprodukten enthielten nur 12 überhaupt ein passendes Protein, und diese 12 enthielten den vollständigen Activin-Rezeptor IIB ohne den Fc-Anteil, nicht ACE-031. Daneben fanden sich viele weitere Proteine. Die Studienzahlen gelten für solche Produkte nicht.
Quellen
- Attie et al., Muscle Nerve 2013 — Phase-1-Studie an 48 gesunden Frauen
- Campbell et al., Muscle Nerve 2017 — Phase-2-Studie bei Duchenne-Muskeldystrophie
- ClinicalTrials.gov NCT01099761 — Studiendaten und Nebenwirkungstabellen der Duchenne-Studie
- Cadena et al., J Appl Physiol 2010 — ACE-031 im Mausmodell, Muskelmasse und Fasertypen
- Cadena et al., PLoS One 2026 — ACE-031 beim Weißbüschelaffen
- Suh & Lee, J Bone Metab 2020 — Übersicht Myostatin-Hemmer, Zuschreibung der Gefäßnebenwirkungen zu BMP9 und BMP10
- Reichel et al., Drug Test Anal 2025 — Analyse von 14 als ACE-031 gehandelten Schwarzmarktprodukten
- EMA — Reblozyl (Luspatercept), Fusionsprotein aus modifizierter ActRIIB-Domäne und IgG1-Fc
- Fierce Biotech, 02.05.2013 — Acceleron und Shire beenden die Zusammenarbeit zu ACE-031
- WADA — Prohibited List 2026, Abschnitt S4.3 (Köderrezeptoren, Beispiel ACE-031)
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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-09-27.