Biohacking Kompakt

Podcast-Folge 84

Ca-AKG – acht Jahre jünger, zweimal nachgeprüft, zweimal nichts

22. September 2026

8 Jahre weniger biologisches Alter in 7 Monaten — mit diesem Satz verkauft sich Calcium-Alpha-Ketoglutarat in fast jedem Longevity-Regal. Die Folge sieht nach, woher die Zahl stammt, und was passierte, als die berühmte Mausstudie unabhängig nachgeprüft wurde.

Worum es geht

Alpha-Ketoglutarat ist ein Zwischenprodukt des Citratzyklus, das der Körper ständig selbst herstellt, und zugleich der Co-Faktor jener Enzyme, die Methylierungsmarkierungen von der DNA entfernen. Damit hat es alles, was eine Longevity-Geschichte braucht: körpereigen, zentral im Stoffwechsel, epigenetisch anschlussfähig, im Alter weniger. Die Folge erzählt die gute Mausstudie von 2020, zerlegt die vielzitierte Menschenstudie in ihre vier methodischen Schwachstellen und stellt daneben die zwei unabhängigen Nachprüfungen, die auf keiner Produktseite auftauchen. Zum Schluss steht die einzige randomisierte, placebokontrollierte Studie zu dieser Frage, die die Lücke schließen könnte, und die bis heute ohne Ergebnis läuft.

Die Kernaussagen

  • In der Arbeit des Buck Institute von 2020 bekamen Mäuse ab einem Alter von 18 Monaten Ca-AKG ins Futter und lebten rund 12 Prozent länger; die Zahl gilt für die Weibchen.
  • Bemerkenswerter als die Lebensspanne war die deutlich kürzere Krankheitsphase am Lebensende, mit weniger Gebrechlichkeit und weniger Entzündung.
  • Die Menschenstudie von 2021 begleitete rund 40 zahlende Kunden über im Schnitt 7 Monate — ohne Placebogruppe, ohne Randomisierung, finanziert vom Hersteller.
  • Im unabhängigen Testprogramm lebten behandelte Männchen 841 Tage gegen 813 Tage in der Kontrolle, bei einem p-Wert von 0,429; bei den Weibchen standen 889 gegen 903 Tage.
  • Geprüft wurde zweimal, mit Behandlungsbeginn im Alter von 18 und von 7 Monaten: kein Effekt, in keinem Geschlecht und bei keinem Startzeitpunkt.
  • Vom angestrebten Futteranteil von 20000 ppm kamen gemessen 3262 ppm an, also etwa ein Sechstel — das beste Argument der Gegenseite.
  • Die laufende ABLE-Studie gibt Mittelalten ein Jahr lang 1 Gramm täglich gegen Placebo und nutzt eine Tempo-Uhr als Endpunkt.

Wo die Daten aufhören

Die Menschendaten zu Ca-AKG sind bisher Werbung mit Methodikfußnoten. Eine Messung ohne Kontrollgruppe kann nicht trennen, wie viel der 8 Jahre auf die Substanz geht und wie viel auf die bekannte Unschärfe epigenetischer Uhren und die Rückkehr zur Mitte. Die Teilnehmer waren Kunden der Firma, die Firma hat finanziert, Mitarbeiter sind Co-Autoren, und der Anbieter der Uhr stand ihr nahe. Daneben existiert eine kleine randomisierte Studie zur Knochendichte bei älteren Frauen — möglicherweise am Ende die seriöseste Anwendung.

Auf der Mausseite gilt der Einwand, den die Folge gelten lässt: Alpha-Ketoglutarat ist im Futter offenbar nicht stabil, und was nie ankommt, kann nicht durchfallen. Das ist ein gutes Argument gegen das Mausfutter, aber keines für die Kapsel — ein Befund, der die erste Studie bestätigt, fehlt weiterhin. Oral genommenes AKG hebt den Blutspiegel zudem nur kurz an. Wer Nierensteine in der Vorgeschichte hat, bespricht die Calciummenge ärztlich.

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Veröffentlicht am 22. September 2026.

Das Thema in der Datenbank

  • Longevity-Favorit: ein zentrales Stoffwechsel-Molekül (Citratzyklus). Die Mausdaten zeigen vor allem weniger Gebrechlichkeit; im unabhängigen TestprogCa-AKG (Calcium-Alpha-Ketoglutarat)

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-09-19.