Biohacking Kompakt

Podcast-Folge 27

LL-37: Körpereigenes Abwehr-Peptid – oder Entzündungstreiber?

4. Juli 2026

LL-37 ist das einzige Cathelicidin des Menschen: ein körpereigenes Abwehr-Peptid, das Bakterien die Hülle aufreißt, Biofilme stört und bei der Wundheilung hilft. Die Folge zeigt, warum die Forschung es schätzt, wie Vitamin D es anschaltet und wann es selbst Entzündung treibt.

Worum es geht

LL-37 gehört zur angeborenen Immunabwehr und sitzt überall dort, wo außen auf innen trifft: in Haut, Schweiß, Speichel und den Schleimhäuten von Lunge und Darm. Es ist positiv geladen, lagert sich an die negativ geladene Hülle von Bakterien und durchlöchert sie; gegen diesen physikalischen Mechanismus entwickeln Bakterien nur schwer Resistenzen. Dazu ruft es Immunzellen herbei und fördert Gefäßneubildung und Wundheilung. Die Folge zeigt auch die Kehrseite: Zu viel LL-37 am falschen Ort treibt Entzündungen wie bei Schuppenflechte und Rosazea. Am Ende stehen ein Vorbild für neue Antibiotika und ein natürlicher Hebel mit der besten Datenlage: ein guter Vitamin-D-Status.

Die Kernaussagen

  • LL-37 besteht aus 37 Bausteinen und ist das einzige Cathelicidin des Menschen, während viele Tiere ganze Familien dieser Abwehr-Peptide besitzen.
  • Dürr und Kollegen beschrieben LL-37 2006 in Biochimica et Biophysica Acta als multifunktionales Peptid, das Erreger abtötet, Immunantworten moduliert und an der Wundheilung beteiligt ist.
  • Eine Übersicht von Vandamme und Kollegen fasste 2012 die vielfältigen immunmodulierenden Funktionen zusammen, die weit über das Abtöten von Erregern hinausgehen.
  • Das Gen für LL-37 hat eine Andockstelle für aktives Vitamin D; den eigenen Status zeigt der 25-OH-Vitamin-D-Wert im Blut.
  • Bei Schuppenflechte und Rosazea findet sich zu viel LL-37 am falschen Ort, bei Neurodermitis ist die Produktion in der Haut oft zu niedrig.
  • Geforscht wird auf 3 Feldern: LL-37-Varianten gegen resistente Keime, Gele für chronische Wunden und Krebs, wo es je nach Gewebe Tumorzellen bremst oder fördert.
  • Ballaststoffe und das im Darm gebildete Butyrat fördern die Bildung solcher Abwehr-Peptide in der Darmschleimhaut, Zink spielt für die Hautabwehr eine Rolle.

Wo die Daten aufhören

Die beeindruckenden Daten zu LL-37 stammen überwiegend aus Zellkultur und Tiermodellen. Kontrollierte Studien am Menschen zur Selbstanwendung fehlen, Stand Juli 2026. Der Weg über Vitamin D gilt in der Folge als einer der plausibelsten Mechanismen hinter der Verbindung von Vitamin D und Infektanfälligkeit; wie groß der Effekt beim Einzelnen ist, beziffert sie nicht.

Als Spritze ist LL-37 ein nicht zugelassenes Research-Peptid aus dem Graumarkt. In hohen Konzentrationen kann es körpereigene Zellen reizen, und wer zu Psoriasis oder Rosazea neigt, sollte wissen, dass es genau diese Prozesse befeuern kann. Bei einem so aktiven Peptid sind Reinheit und korrekte Sequenz entscheidend. Der einfachste erste Schritt bleibt ein Vitamin-D-Test; die Einordnung des Werts und eine mögliche Ergänzung gehören ins Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt.

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Veröffentlicht am 4. Juli 2026.

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  • Der körpereigene Abwehr-Klassiker: das einzige menschliche Cathelicidin mit breiter antimikrobieller Wirkung und einer Rolle in Immunmodulation und WuLL-37

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-09-26.