Biohacking Kompakt

Podcast-Folge 135

Canagliflozin – vierzehn Prozent für Männchen, und was mit den Weibchen passierte

12. November 2026

Ein zugelassenes Diabetesmittel verlängert das Leben männlicher Mäuse um 14 Prozent, gemessen an 3 Standorten und bei spätem Beginn noch einmal bestätigt. Bei den Weibchen sieht die Rechnung anders aus — und genau dort wird die Geschichte interessant.

Worum es geht

Canagliflozin blockiert in der Niere den Transporter SGLT2, sodass Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird. Im amerikanischen Interventions Testing Program lebten männliche Mäuse damit deutlich länger, obwohl sie kaum abnahmen; die Weibchen verloren viel Fett und lebten nicht länger, bei spätem Beginn sogar kürzer. Das stellt die naheliegende Erklärung über den Gewichtsverlust infrage, die Autoren vermuten eher abgeflachte Zuckerspitzen nach dem Fressen. Am Menschen ist das Mittel hervorragend untersucht, allerdings für kranke Herzen und Nieren, nicht fürs Altern. Die Folge schaut auch darauf, was Menschen über SGLT2-Hemmer schreiben und welche Erklärungen ihnen im Alltag fehlen. Am Ende rückt ein Punkt nach vorn: eine seltene Übersäuerung, die sich schlecht mit Fasten verträgt.

Die Kernaussagen

  • Bei Männchen stieg die mittlere Lebenszeit um 14 Prozent, das Alter, das nur jedes 10. Tier erreicht, um 9 Prozent; die Weibchen lagen bei 1 Prozent, nicht signifikant.
  • Die Weibchen wurden 17 bis 19 Prozent leichter und verloren 41 Prozent Fettmasse, die Männchen nur 5 bis 8 Prozent Gewicht bei gleicher Fettmasse — die Lebensverlängerung lief genau umgekehrt.
  • Bei Behandlungsbeginn mit 16 Monaten lebten die Männchen wieder 14 Prozent länger, die Weibchen 6 Prozent kürzer, statistisch gesichert; bei alten Weibchen lag der Wirkstoffspiegel etwa 20-mal höher als bei jungen Männchen.
  • Im CANVAS-Programm mit 10142 Menschen mit Typ-2-Diabetes und hohem Herzrisiko traten Herztod, Herzinfarkt und Schlaganfall bei 26,9 gegen 31,5 je 1000 Patientenjahre auf, Amputationen bei 6,3 gegen 3,4.
  • In der Nierenstudie mit 4401 Menschen sank der kombinierte Nieren- und Herzendpunkt um 30 Prozent, bei Amputationen zeigte sich kein signifikanter Unterschied; die US-Behörde strich den Warnkasten im August 2020.
  • Beim verwandten Empagliflozin, an 6609 Nierenkranken, davon 54 Prozent ohne Diabetes, lag der Endpunkt aus Nierenverschlechterung oder Herztod über rund 2 Jahre bei 13,1 gegen 16,9 Prozent.
  • In einer Auswertung von 22000 Tweets zu Diabetestabletten betrafen bei Canagliflozin 4 von 10 genannten Nebenwirkungen Amputationen; mehr als 9 von 10 dieser Erwähnungen drückten Sorge aus.

Wo die Daten aufhören

Der Lebenszeitbefund stammt aus genetisch gemischten Mäusen, die von sich aus keinen Diabetes bekommen, und gilt dort nur für Männchen. Warum die Weibchen bei spätem Beginn kürzer lebten, konnte auch eine feingewebliche Folgearbeit von 2026 nicht klären; die Zuckerspitzen sind eine Spur. Am Menschen geschützt wurden kranke Herzen und Nieren über 2 bis 4 Jahre; einen Gesunden hat niemand über Jahrzehnte behandelt und gezählt, wer länger lebt. Zu Menschen, die Canagliflozin gegen das Altern nehmen, gibt es keine Auswertung. Tweets zählen keine Häufigkeiten, zeigen aber, was Menschen beschäftigt; in einer kleinen Interviewstudie aus Australien mit 4 Patienten und 24 Behandlern fehlt vor allem Erklärung, auch zur Intimhygiene.

Selten, aber ernst ist eine Ketoazidose, bei der der Blutzucker normal aussieht. Als Risiko nennt die europäische Arzneimittelbehörde etwa wenig Essen, starken Flüssigkeitsverlust, Operationen und viel Alkohol, also auch Fasten. In Deutschland wurde Invokana 2014 aus dem Handel genommen; wer ein solches Mittel verschrieben bekommen hat, setzt es nicht auf eigene Faust ab.

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Veröffentlicht am 12. November 2026.

Das Thema in der Datenbank

  • Moderner Diabetes-Wirkstoff, der überschüssigen Zucker über den Urin ausscheidet – und im ITP die Lebensspanne männlicher Mäuse verlängerte. Herz- undCanagliflozin (SGLT2-Hemmer)

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Reine Information, keine medizinische Beratung und keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung. Verschreibungspflichtige und nicht zugelassene Wirkstoffe gehören in ärztliche Hände. Stand: 2026-09-23.